"Vogelgrippe-Katzen" sind virenfrei! Tiere können Virus offensichtlich wieder abstoßen!

Nachhaltige Ergebnisse aber erst nach weiteren Tests Umfrage: Bereits jeder 5. für "Stallpflicht" für Katzen<br>KLICKEN: Antworten auf Fragen zu H5N1 bei Katzen!

"Vogelgrippe-Katzen" sind virenfrei! Tiere können Virus offensichtlich wieder abstoßen!

Alle 40 bisher in Nickelsdorf auf das Vogelgrippe-Virus getestete Katzen aus Graz sind negativ. Das sagte Ulrich Herzog, oberster Veterinär im Gesundheitsministerium. Auch jene drei Tiere, bei denen im ersten Test-Durchgang das H5N1-Virus festgestellt worden war, waren nach dem zweiten Untersuchungsdurchgang wieder negativ.

Ulrich: "Das Positive an diesem Ergebnis: Die Katzen können offensichtlich mit dem Erreger umgehen, ihn abstoßen und ihn auch nicht weitergeben." Nach den ersten 40 werden nun die weiteren 130 Katzen aus dem Tierheim Arche Noah zwei Mal getestet. Die Überprüfungen laufen. U.a. werden auch so genannte Kot-Tupfer entnommen. Nachhaltige Ergebnisse des zweiten Durchgangs seien aber frühestens in 14 Tagen zu erwarten. Die Gruppe jener 40 Tiere, die zuerst getestet worden war, wird gleichzeitig ebenfalls einer dritten und vierten Untersuchung unterzogen.

Aufregung in Nickelsdorf
In Nickelsdorf herrscht helle Aufregung: Der örtliche Bürgermeister tobt über die "Verfrachtung" der 170 Katzen in seine Gemeinde. Grund für Gerhard Zapfls (S) Ärger ist die "Übersiedlung" der Tiere aus dem Grazer Tierheim "Arche Noah" in die Veterinärgrenzkontrollstelle Nickelsdorf. Die Tiere waren unter Quarantäne gestellt worden, nachdem man bei drei Tieren den gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 diagnostizierte.

"Vergewaltigung der Bevölkerung"
"Ich hab von dieser Husch-Pfusch-Aktion von Gesundheitsministerin (Maria, Anm.) Rauch-Kallat aus den Nachrichten erfahren", will sich Zapfl einfach nicht beruhigen. "Bei den Leuten hier herrscht völliges Unverständnis. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum man die Katzen gerade zu uns gebracht hat", ärgert sich der rote Bürgermeister grün und blau. Für ihn ist diese "miese Vorgangsweise" eine "Vergewaltigung der Bevölkerung". Zapfl: "Nicht einmal der Amtstierarzt des Bezirks wurde informiert."

Zapfl befürchtet auch einen wirtschaftlichen Schaden für seine Gemeinde: "Wir haben hier hochwertige Jagdgebiete - und im Moment laufen die Verhandlungen mit einem neuen Pächter." Der Bürgermeister will kämpfen. "Man darf diese Entscheidung der Bundesregierung nicht einfach so hinnehmen. Ich werde alles dran setzen, dass die 170 Katzen so rasch als möglich wieder aus Nickelsdorf verschwinden."

Bereits jeder Fünfte für "Stallpflicht" für Katzen
Bereits jeder fünfte Österreicher ist für eine "Stallpflicht" auch für Hauskatzen. Das ist das Ergebnis einer Vogelgrippe-Umfrage des OGM-Marketinginstituts im Auftrag der ORF- Sendung "Report". Insgesamt wurden am Montag 500 Österreicher telefonisch befragt. 21 Prozent gaben an, Katzen sollten bis auf weiteres im Haus bleiben müssen. 73 Prozent halten diese Maßnahme allerdings nach wie vor für übertrieben und sechs Prozent wollten sich nicht äußern.

Zwölf Prozent der Befragten äußerten in der OGM-Umfrage die Sorge, dass sich das Vogelgrippe-Virus in Europa auch auf den Menschen übertragen könne. Sieben von zehn meinten, sie seien nicht besorgt. Nur elf Prozent gaben an, dass sie künftig Gebiete meiden würden, wo vermehrt Wasser- und Zugvögel auftreten.

Immer mehr Katzen landen im Tierheim
Die Verunsicherung der Katzenhalter zeigt sich vor allem in Westösterreich. Im Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn werden derzeit vier bis fünf Mal so viele Katzen wie gewöhnlich abgegeben. In den letzten fünf Tagen waren es alleine 19 Katzen. Die Telefone laufen heiß, speziell seit Bekanntwerden der Erkrankungen in Graz. Werde der Zimmertiger aus Angst vor Vogelgrippe ins Tierheim gebracht, versuche man die Zweifel des Tierhalters zu zerstreuen. Manchmal habe man damit Erfolg, "andere hingegen werden zornig". Im Tierschutzheim Vorarlberg geht man davon aus, "dass es die nächsten Tage noch schlimmer wird".

"Plötzlich sind alle allergisch"
Nicht viel anders die Situation in Tirol: Statt wie früher nur einer würden inzwischen täglich fünf Katzen in Tirol ins Tierheim gebracht. Weitere 30 abgegebene Tiere könne das Team im Tierheim Mentelberg bei Innsbruck durch gutes Zureden und Beruhigen der Besitzer noch verhindern. "Die Panik vor der Vogelgrippe fängt jedoch voll an. Dabei geben die wenigsten zu, dass sie Angst haben. Plötzlich sind alle allergisch", meinte Geschäftsführerin Inge Welzig.

Salzburgs Katzenhalter gerieten nach dem Auftreten des H5N1-Virus bei Katzen in Graz offensichtlich nicht in Panik. Besorgt sind aber viele Halter dennoch, denn bei den Tierärzten laufen seit Tagen die Telefone heiß. Katzen- wie auch Hundebesitzer wollen wissen, ob Gefahr besteht und wie diese minimiert oder ausgeschlossen werden kann.

Auch in Niederösterreichs und Wiens Tierheimen ergaben Stichprobenanfragen bis dato keine vermehrte Abgabe von Katzen. Gleichzeitig gebe es aber auch keinerlei Nachfrage, nicht einmal nach drolligen Babykätzchen.

Hotline eingerichtet
Wer befürchtet, dass die eigene Katze erkrankt sein könnte, kann den Tierarzt aufsuchen. Diese können Probensets von der AGES bestellen und damit mögliche Verdachtsfälle zur Untersuchung einschicken. Auch die inzwischen stillgelegte Vogelgrippe-Hotline des Landes Steiermark (0316/877-6553) wurde wieder in Betrieb genommen.

(apa/red)