Vogelgrippe auch bei Katzen: Streunende Tiere sollen jetzt abgeschossen werden!

Deutscher Geflügelzüchtger fordert harte Maßnahme Erster Virus-Fall in Niedersachsen. PLUS: UMFRAGE!

Vogelgrippe auch bei Katzen: Streunende Tiere sollen jetzt abgeschossen werden!

Zum Schutz vor der Vogelgrippe hat der niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband den Abschuss streunender Katzen gefordert. "Wildernde Katzen müssen abgeschossen werden", sagte der Verbandsvorsitzende Wilhelm Hoffrogge im deutschen Fernsehen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es nicht zu verantworten, dass sich Katzen in freier Wildbahn bewegten und so die Vogelgrippe weiter verschleppen könnten. Hoffrogge forderte deswegen auch eine Stallpflicht für Katzen. Hunde sollten außerdem an die Leine genommen werden.

In Niedersachsen gibt es unterdessen den ersten Fall von Vogelgrippe. Der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, sagte , das Virus H5N1 sei bei einer im Landkreis Soltau-Fallingbostel entdeckten Graugans nachgewiesen worden. Damit sind jetzt sechs deutsche Bundesländer von der Tierseuche betroffen.

Der Vogel sei am vergangenen Sonntag auf einem Acker aufgeschlagen, sagte Hahne. Er sei bereits nach zwei Stunden gefunden und aufgesammelt worden, keine anderen Tiere seien mit dem toten Vogel in Kontakt gekommen. Außerdem gebe es in der Gegend keine gewerblichen Geflügelbetriebe, erklärte er.

Die Vogelgrippe breitet sich im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein weiter aus: Das Kieler Landwirtschaftsministerium meldete zwei neue Fälle. Insgesamt ist das gefährliche N1H5-Virus damit im nördlichsten Bundesland Deutschlands bei sieben Wildvögeln nachgewiesen worden. Bei den beiden neuen Fällen handelt es sich um einen Schwan, der in Howacht im Kreis Plön gefunden wurde, sowie um eine Bergente, die in Kolmar im Kreis Steinburg am Elbufer eingesammelt worden war.

Expertentreffen in Konstanz
Experten aus den Ländern und Kantonen der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) sind in der deutschen Bodenseestadt Konstanz zusammengekommen, um sich über die aktuelle Situation hinsichtlich der Vogelgrippe in der Dreiländer-Region auszutauschen. Da am Bodensee bei verendeten Vögeln in der Schweiz, Deutschland und Vorarlberg bisher 14 Mal das Virus H5N1 festgestellt wurde, sei ein koordiniertes Vorgehen der Verwaltungen um den See von großer Bedeutung, hieß es am Nachmittag in einer IBK-Aussendung.

Die Maßnahmen seien in jedem Fall ausreichend, so dass eine Gefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen sei. Alle Länder und Kantone seien gut vorbereitet, da die Verwaltungen um den See professionelle Arbeit hinsichtlich Information und Prävention leisten, hieß es. Die Ergebnisse der Konferenz, insbesondere die Vorschläge für die weitere enge Zusammenarbeit, werden am 9. März bei einem Treffen der Fachminister in Singen diskutiert. Auf politischer Ebene sollen die weiteren abgestimmten Maßnahmen festgelegt werden.

Die Konferenz wurde auf Grund der Aktualität kurzfristig anberaumt. Der Vorsitzende der IBK-Kommission Gesundheit und Soziales und gleichzeitig Generalsekretär im Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen, Roman Wüst, lud dazu Vertreter aus den Krisenstäben, des Veterinär- und des Gesundheitswesens aus allen IBK-Mitgliedsländern und -kantonen nach Konstanz ein. Wüst hielt als Ergebnis zusammenfassend fest, dass rund um den See geeignete und weitgehend gleiche Sofortmaßnahmen getroffen wurden. Die Konferenz-Teilnehmer stimmten überein, dass die Zusammenarbeit rund um den Bodensee möglichst eng und intensiv gestaltet werden muss.

(apa/red)