Voest treibt Übernahme von Böhler voran: Möglichkeit von Gegenangeboten noch da

Voest erwarb 20,95 %-Aktienpaket der Fries-Guppe Unbekannter Investor erwarb größere Aktienpakete

Der Stahlkonzern Voestalpine treibt die geplante Übernahme des Edelstahlherstellers Böhler-Uddeholm voran, denn die Möglichkeit von Gegenangeboten ist noch nicht vom Tisch. Die Voest erwarb das 20,95 Prozent-Aktienpaket der Fries-Gruppe an Böhler. In den vergangenen Tagen habe ein unbekannter Investor größere Aktienpakete von Böhler aufgekauft, berichtete das "Wirtschaftsblatt".

Finanzkreise tippen dem Bericht zufolge auf den russischen Oligarchen Viktor Vekselberg. "Wer immer ein Gegenangebot plant, muss mit uns sprechen, da uns nun das Fries-Paket gehört", heißt es bei der voestalpine.

Interessant sei, dass die Fries-Gruppe keinen Besserungsschein in der Tasche habe, so das "Wirtschaftsblatt". Auch wenn die voestalpine den anderen Böhler-Inhabern mehr als 69 Euro pro Aktie zahlen sollte, gibt es für das Fries-Konsortium keine Nachbesserung.

Bei dem Deal hat Brüssel noch ein wichtiges Wort mitzureden. Die EU-Kommission, bei der die Übernahme nächste Woche angemeldet werden soll, könnte eine vertiefende Kartellprüfung beantragen. Dem Vernehmen nach plant ein deutscher Stahlkonzern, in Brüssel Einwände gegen den Zusammenschluss vorzubringen. Die voestalpine gibt sich trotzdem gelassen und erwartet keine Schwierigkeiten durch die EU.

Am Montag soll das Angebot für die Streubesitz-Aktionäre bei der Übernahmekommission eingereicht werden. Das Ganze ist an die Bedingung geknüpft, dass mindestens 50 Prozent der Böhler-Aktionäre dem Deal zustimmen.

(apa/red)