voest gegen EU-Pläne zur CO2-Reduktion: Eder droht mit Senkung der Stahlproduktion

Bartenstein zeigt volles Verständnis für voestalpine EU sollte jetzt Entscheidung in Sachen CO2 fällen

voest gegen EU-Pläne zur CO2-Reduktion: Eder droht mit Senkung der Stahlproduktion © Bild: APA/Fohringer

Der Generaldirektor des börsenotierten Stahlkonzerns voestalpine AG, Wolfgang Eder, drohte mit einer Reduktion der Stahlproduktion in Linz, wenn die EU die Pläne zur CO2-Reduktion unverändert lassen sollte. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zeigte für diese Forderung "volles Verständnis". Er sieht in dieser Frage Einigkeit in der Bundesregierung.

"Generaldirektor Eder läuft bei der Regierung und insbesondere bei mir offene Türen ein", betonte der Minister. Er sei wie der voestalpine-Chef dafür, dass die Kommission jetzt und nicht erst 2011 eine Entscheidung in Sachen CO2 fälle. Bis auf weiteres solle es statt enormer Mehrkosten eine kostenlose Zuteilung von Zertifikaten für energieintensive Industrien geben, so Bartenstein.

Er verwies auf die Unterstützung bei diesem Thema durch Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Finnland, Tschechien, Italien und Ungarn. Dennoch sei in der europäischen Industrie "mehr Geschlossenheit wünschenswert", sagte Bartenstein. Es dürfe auf keinen Fall zu einer "Lose-Lose-Situation" kommen: Einerseits dürften Unternehmen nicht aus Europa vertrieben werden, andererseits dürfe man in Sachen Klimaschutz nicht verlieren.

voestalpine droht mit Reduktion der Stahlproduktion
Sollte die EU darauf beharren, keine Freizertifikate für besonders umweltfreundliche Stahlhersteller einzuführen, beabsichtigt der voestalpine-Chef als erstes die beiden weiteren Ausbauschritte in Linz auf 6 bzw. 6,5 Mio. Tonnen Stahl zu streichen. Danach könnte der Standort um eine weitere Mio. Tonnen heruntergefahren werden. Der Stahl würde dann am neuen Standort am Schwarzen Meer produziert werden, wo das Unternehmen derzeit in vier Ländern auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Stahlwerk ist.

Für Oberösterreichs SPÖ-Landesparteichef Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider ist es "mehr als verwunderlich, dass das modernste und sauberste Stahlwerk Europas unter einer verfehlten Umweltpolitik leiden soll". Er sieht sowohl Umweltlandesrat Rudi Anschober als auch Umweltminister Josef Pröll in der Pflicht. "Man sollte beim Umweltschutz nicht übertreiben, um den Standort, die geplanten Investitionen und dadurch auch neue Arbeitsplätze nicht zu gefährden", betonte FPÖ-Landesparteiobmann Lutz Weinzinger in einer Presseaussendung. Global 2000 bezeichnete Eders Ankündigung als "Politpoker" und warf dem Management vor, "wenig lernfähig" zu sein. (apa/red)