Föhnsturm von

Zivilschutzalarm in
Völkermarkt ausgelöst

Kindergärten und Schulen im gesamten Bezirk bleiben geschlossen

Föhnsturm - Zivilschutzalarm in
Völkermarkt ausgelöst © Bild: APA/BFV LIEZEN/SCHLÜSSLMAYR

Ein Föhnsturm ist ab dem späten Montagnachmittag über Kärnten hinweggefegt und hat massive Schäden angerichtet. Bis Dienstag gegen 11.00 Uhr verzeichnete die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) rund 500 Feuerwehreinsätze. Die Menschen in den betroffenen Gebieten in Südkärnten wurden dazu aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. In Schulen und Kindergärten gab es nur einen Notbetrieb.

Betroffen sind vor allem das Rosen- und das Jauntal sowie der Bezirk Völkermarkt. "Es geht noch immer rund", sagte LAWZ-Bereichsleiter Hermann Maier am Dienstagvormittag zur APA. "Wir fangen jetzt langsam an, die Schäden zu beseitigen, nachdem wir jetzt Tageslicht haben und der Sturm etwas nachgelassen hat." In den Bezirken Wolfsberg und St. Veit sammelten sich am Vormittag die Katastrophenzüge. Sie rückten nun zur Unterstützung der Südkärntner Kollegen in die betroffenen Gebiete ab. Zu tun hatten es die Einsatzkräfte dort mit zig umgestürzten Bäumen, verlegten Straßen und überfluteten Kellern.

»Es geht noch immer rund«

Der Völkermarkter Bezirkshauptmann Gert Klösch sagte, die am stärksten betroffenen Gebiete seien Ferlach (Bezirk Klagenfurt-Land) und Bad Eisenkappel (Bezirk Völkermarkt). Der Raum Bad Eisenkappel wurde vom Bundesheer überflogen, bei Ferlach war es der Polizeihubschrauber. "Es gibt massive Windwürfe und wir kämpfen derzeit auch mit dem Wasser. Weil es in den Schnee hineingeregnet hat, sind die Flüsse angeschwollen." Die Vellach führte laut hydrographischem Dienst des Landes zehn- bis 30-jährliches Hochwasser.

»Am elektrischen Netz gibt es massive Zerstörungen. Das wird ein bis zwei Tage dauern«

Für die Einsatzkräfte wurden mittlerweile Verkehrswege nach Bad Eisenkappel geöffnet, für Private war es wegen der Überflutungen zunächst noch zu gefährlich, so Klösch. Die Beseitigung von Verklausungen wurde in Angriff genommen, außerdem versuchten die Behörden, das Fernheizwerk, das Altersheim und das örtliche Kurhotel mit Hilfe von Notstromaggregaten wieder mit Elektrizität zu versorgen. Klösch: "Am elektrischen Netz gibt es massive Zerstörungen. Das wird ein bis zwei Tage dauern." Ein weiteres akutes Problem waren abgedeckte Häuser. "Die müssen abgedichtet werden. Wir tragen Planen und Geräte zusammen, um auf die Häuser hinaufzukommen."

Infrastruktur wird wieder hergestellt

Im Bezirk Klagenfurt-Land waren die Aufräumarbeiten schon weiter. "Wir sind dabei die Infrastruktur wieder herzustellen, viele Verkehrswege sind wieder frei", sagte Bezirkshauptmann Johannes Leitner. Zell-Pfarre war allerdings am Vormittag noch von der Außenwelt abgeschnitten. "Auch telefonisch, weder am Festnetz noch am Handy, kommen wir nicht durch", so Leitner. Ein Polizeihubschrauber versuchte, in die abgelegene Gemeinde vorzudringen. Einige Ortschaften im Bezirk waren weiterhin ohne Strom. Die Straße über den Loiblpass war wegen Vermurungen weiterhin gesperrt.

Rund 10.000 Haushalte in der Weststeiermark ohne Strom

Föhnsturm von mehr als 100 km/h hat in der West- und Südsteiermark zu großräumigen Stromausfällen geführt. In den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Voitsberg waren Dienstagfrüh rund 10.000 Haushalte ohne elektrische Versorgung, teilte die Energie Steiermark mit. Rund 100 Monteure rückten zum Einsatz aus, um die von umgefallenden Bäumen zerstörten Leitungen zu reparieren.

Erschwert werde die Situation durch die zahlreichen umgestürzten Bäumen auf den Straßen, die es oftmals nicht möglich machen, dass die Arbeiter zu den Schäden vordringen können. Viele Gebiete waren Dienstagvormittag noch nicht erreichbar.

Fast 100 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

In Niederösterreich hat der Föhnsturm mit bis zu 100 km/h in der Nacht auf Dienstag für fast 100 Feuerwehreinsätze gesorgt. Vor allem Bäume, die auch in Leitungen gestürzt seien, mussten laut Franz Resperger vom Landeskommando beseitigt werden.

Dem Sprecher zufolge rückten 85 Feuerwehren mit fast 900 Mann aus. Betroffene Bezirke seien Bruck a.d. Leitha, Mistelbach, Gänserndorf, Mödling und Tulln gewesen. Verletzte habe es nicht gegeben.

In Neulengbach (Bezirk St. Pölten) waren am Montagabend etwa 2.000 Haushalte kurzzeitig ohne Strom, teilte EVN-Sprecher Stefan Zach laut ORF Niederösterreich mit. In der Gegend um Alland und Heiligenkreuz (Bezirk Baden) waren 1.600 Haushalte etwa eine Stunde lang stromlos.

Kommentare