Vitaminpillen von

Gar nicht gesund!

Studien belegen: Vitaminpräparate können Krebs verursachen und das Leben verkürzen

Vitaminpillen - Gar nicht gesund! © Bild: Corbis

Ein, zwei Pillen am Tag und der Bedarf an Vitaminen ist gedeckt. So lebt es sich einfach gesund. Oder auch nicht. Das heißt: einfach ja, gesund weniger. Denn bereits mehrere großangelegte Studien bezeugen: Vitaminpillen sind alles andere als gesund.

Bereits vor etlichen Jahren, genau gesagt 1994, zeigte eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie mit 30.000 Rauchern, welche verheerenden Folgen die Einnahme von Vitamin E und Beta-Carotin haben kann. Das berichtet "spiegel.de". Es sollte untersucht werden, ob die Vitamine Raucher vor Lungenkrebs schützen.

Pillen-Konsumenten starben früher
Das Gegenteil war der Fall: Die Männer im Alter von 50 bis 69 Jahren wurden in vier Gruppen eingeteilt. Eine davon bekam täglich Vitamin E, die andere Beta-Carotin, die dritte beides und die vierte ein Placebo. Jene Männer, die Beta-Carotin geschluckt hatten, entwickelten häufiger Lungentumore als die anderen. Insgesamt war die Sterblichkeit in dieser Gruppe um acht Prozent höher als bei den Männern, die keine Vitamine einnahmen.

Noch gefährlicher ist die Einnahme von Vitaminpillen für Menschen, die bei der Arbeit häufig mit Asbest in Kontakt kommen. US-Forscher mussten ihre Studie laut dem New England Journal of Medicine vorzeitig abbrechen, da sich herausstellte, dass die gleichzeitige Einnahme von Beta-Carotin und Retinol (Vitamin A) die Sterblichkeitrate der Testpersonen erhöhte. Die Einnahme der Vitamine förderte das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Multivitamin-Pillen - gesund oder schädlich?
Auch Herz-Kreislauf-Leiden kamen bei ihnen häufiger vor. Unklar ist, auf welche Weise die Pillen hier wirken. Klar ist, dass sie der Gesundheit in diesem Fall schaden. Uneinig ist man sich indes über den Effekt von Multivitaminpillen. Während sie laut einer im American Journal of Epidemiology veröffentlichten Studie weder das Krebsrisiko erhöhen noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen oder zu einem früheren Tod führen, lässt eine andere Studie an deren Harmlosigkeit zweifeln.

Laut jener Studie starben die Frauen, die Multivitamintabletten, Vitamin B6, Folsäure, Eisen, Magnesium, Zink oder Kupfer verabreicht bekommen hatten, etwas früher. Nur bei Kalzium und Vitamin D konnte man keinen entsprechenden schädlichen Effekt nachweisen. Der Versuch wurde über mehrere Jahre hinweg mit 39.000 älteren US-amerikanischen Frauen durchgeführt. Andere Studien wiederum, wie etwa die im Fachmagazin BMJ veröffentlichte, legen nahe, dass auch die Einnahme von Kalzium nicht förderlich für die Gesundheit ist.

Sport & Co. statt Pillen
Diese Ergebnisse geben zu denken. So oder so sollten wir den Grundsatz für ein gesundes Leben nicht vergessen: viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein der Körpergröße entsprechendes Gewicht. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann ohnedies auf die Einnahme von oft teuren Vitaminpräparaten verzichten.

Weiterführende Links
The New England Journal of Medicine (1994)
The New England Journal of Medicine (1996)
American Journal of Epidemiology (2010)
Archives of Internal Mdeicine (2011)
BMJ

Kommentare

viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung Ein Allgemeinplatz, der leider erwiesener Massen nicht stimmt.
Gerade wenn man mehrmals in der Woche Sport macht, hat der Körper höherern Bedarf an Magnesium, Kalium, Vit C und anderen Mikronährstoffen. Da müsste man schon ganz anders als "ausgewogen Essen" Nämlich gezielt und Nahrungsmittel in entsprechender Menge Mikronährstoffreiche Nahrung . Nur wer tut/kann denn das schon ?

Seite 1 von 1