Visite im Iran: Fünf Inspektoren der IAEA besuchen mehrere Atomanlagen

Inspektionen sollen am Samstag beginnen Geistlicher: Programm wird bis aufs Blut verteidigt

Insgesamt fünf Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA) sind am Freitagmorgen zu einem Kontrollbesuch iranischer Atomanlagen in Teheran eingetroffen. Wie der Vizepräsident der iranischen Atomenergie-Organisation, Mohammed Saidi, der Nachrichtenagentur Mehr mitteilte, sollen die Inspektionen am Samstag beginnen. Ziel der Kontrollen seien vor allem die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage in Natanz südlich von Teheran sowie die Konversionsanlage in Isfahan.

Der iranische Botschafter bei der IAEO, Aliasghar Soltanieh, sagte, der Besuch erfolge im Rahmen des Atomwaffensperrvertrages, zu dessen Unterzeichnern Teheran gehört. Er sei bereits vor mehreren Monaten vereinbart worden und stehe in keinem Zusammenhang mit der jüngsten Erklärung des UN-Sicherheitsrats zum iranischen Atomprogramm. Ende März hatte der Rat dem Land eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, um die Urananreicherung zu stoppen. Auf die Androhung von Sanktionen verzichtete das Gremium allerdings.

Ein geistlicher iranischer Würdenträger bekräftigte erneut, sein Land werde an seinem Atomprogramm festhalten. "Wir werden unser Recht bis zum letzten Blutstropfen verteidigen", sagte Ahmed Khatami in seiner vom Staatsrundfunk übertragenen Freitagspredigt. Ziel der iranischen Raketentests der vergangenen Woche sei es gewesen, zu zeigen, "dass unsere Feinde ordentlich Prügel beziehen werden, sollten sie einen Angriff auf den Islamischen Iran versuchen", betonte der ultrakonservative Kleriker.

(apa)