"Virtuelle Schnitzeljagd" als Kinopromo: Mega-Hype um mysteriösen Horror-Kinofilm

Werbung im Zeitalter von "My Space" und "YouTube" "Lost"-Macher Abrams legt rätselhafte Spuren im Web

"Virtuelle Schnitzeljagd" als Kinopromo: Mega-Hype um mysteriösen Horror-Kinofilm © Bild: www.apple.com/Paramount

Ein Gespenst geht um im World Wide Web. – Das Gespenst der „Viralen-Netz-Kampagnen“. Wer sich nun fragt: „Was bitte soll das sein! - Krankheit, ‚Wirtschafts-Chinesisch’ oder neumodischer Technik-Schnick-Schnack?“ Nichts von alle dem! Hier des Rätsels Lösung: Der TV-Guru J.J. Abrams hat sich ein altbewährtes Sprichwort zu Nutze gemacht. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ – Aber wehe, man erfährt den kleinsten Ausschnitt eines wohlgehüteten Geheimnisses. Die Neugierde einmal entfacht, sitzt man solange auf Nadeln bis das ganze Geheimnis gelüftet ist.

Abrams, der Macher von "Armageddon" und "Mission Impossible III", versteht es gekonnt, diesen menschlichen Drang zu nähren. Er ist quasi ein Mann vom Fach, wenn es darum geht Spannung zum Quadrat aufzubauen. – Denn als Mastermind der kultigen Erfolgsserie „Lost“ hält er seine Zuseher Folge für Folge bei der Stange.

www.Schnitzeljagd
Für seinen neuesten Kinofilm hat sich Abrams daher etwas Neues einfallen lassen. Er lädt zu einer „virtuellen Schnitzeljagd“. Keine großen Hollywood-Stars, kein megagenialer Plot, auch kein wahnsinnig toller Film-Titel. Ganz im Gegenteil: Cast, Inhalt und Titel sind nicht bekannt. Stattdessen füttert er das Publikum häppchenweise und lässt sie gustieren. So wird derzeit in den U.S.A. in der Kino-Vorschau vor dem Film „Transformers“ ein recht seltsamer Trailer präsentiert: Ein Amateurvideo einer ausgelassenen Studenten-Party in New York. Feierlich, fröhlich und plötzlich ein enormer Krach. Panik, der Kopf der Freiheitsstatue fliegt durch den Raum. Schnitt. Zu sehen ab 18. Jänner 2008 im Kino! Untergangsszenarien á la "Independence Day" gepaart mit einer 9/11-Stimmung und echt anmutenden Amateurvideos im Stil vom „Blair Witch Project“ sind noch nichts wirklich Neues.

Sehr wohl hingegen die virtuelle Schnitzeljagd auf die er das neugierige Publikum schickt. Und wer suchet, der findet im Netz Seiten mit einzelnen Film-Szenenbilder, die man per Mausklick drehen kann und die geheimnisvolle Botschaften enthalten oder einen Trailer der lediglich den Titel des Film-Starts trägt.

Mega-Hype
Bereits jetzt ist ein Mega-Hype, um das neue Projekt von Abrams, losgetreten worden. Unter Kritikern wird er als neuer Film-Genius gepriesen. Er selbst erklärte in einem Interview, er habe schon lange davon geträumt, seine Antwort auf das klassische Genre des „Monster-Movies“ zu drehen. Eines steht ganz bestimmt jetzt schon fest: Eine gelungenere Promotion für einen Kinofilm hat es bislang kaum gegeben! Aber…

…man soll den Tag nicht vor dem Abend loben
Nichts desto trotz bleibt uns Abrams noch etwas Wichtiges schuldig. Sein Film wird unter den kritischen Argusaugen all jener bewertet werden, die nun monatelang geduldig und neugierig Hinweis für Hinweis des neuen Streifens gesammelt haben. In diesem Sinne bleibt abzuwarten, ob der bereits im Vorfeld perfekt inszenierte Abrams-Movie tatsächlich Top oder Flop ist. (red)

Trailer
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