Viertes Todesopfer nach Absturz auf Elba: Überlebender erliegt schweren Verletzungen

Kärntner war mit drei Deutschen an Bord des Jets Ermittler: Fehler des Piloten als Unglücksursache

Viertes Todesopfer nach Absturz auf Elba: Überlebender erliegt schweren Verletzungen

Das Flugzeugunglück auf der italienischen Insel Elba hat ein viertes Todesopfer gefordert. Im Krankenhaus von Pisa starb der 36-jährige Kärntner, der als einziger lebend geborgen worden war, nachdem die aus Klagenfurt kommende Maschine nach einer missglückten Landung auf dem Flughafen von Marina di Campo Feuer gefangen hatte. Der 36-jährige Günter Koder erlag nach Angaben der Polizei im Krankenhaus von Pisa seinen Brandverletzungen. Bei den drei anderen Opfern handelt es sich um Deutsche.

95 Prozent des Körpers des Kärntners waren verbrannt. Er war bei dem Unglück aus der Maschine geschleudert worden. Seine Angehörigen hatten im Krankenhaus bis zuletzt gehofft, dass der Mann überleben würde. Der 36-Jährige war so wie die anderen Opfer ein Mitarbeiter des Chip-Herstellers Infineon. Zwei von ihnen - Koder und der Pilot Franz Cepl (50) - waren in Villach tätig, zwei in München. Ursprünglich hatte es geheißen, alle vier Opfer seien deutsche Staatsbürger.

Die vier Leichen werden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft von Porto Ferraio obduziert. Danach soll die Staatsanwaltschaft die Genehmigung für die Überführung der Toten in ihre Heimat geben, was nach Polizeiangaben Mitte dieser Woche erfolgen wird.

Inzwischen sind die Experten der zivilen italienischen Luftfahrtbehörde Enac mit der Klärung der Hintergründe des Flugzeugunglücks beschäftigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Fehler des Piloten die Ursache gewesen sein könnte. Der in Villach lebende Franz Cepl galt als sehr erfahrener Pilot. Er war seit mehreren Jahren in der Villacher Niederlassung von Infineon beschäftigt.

Der Pilot hatte zwei Landungsversuche auf der Piste des kleinen Flughafens unternommen und war danach mit dem Kleinflugzeug gegen ein Treibhaus geprallt. Nach Polizeiangaben handelte es sich um den ersten Flug der drei Deutschen und des Kärntners auf die toskanische Insel. Auf dem Flughafen gibt es keinen Tower. Bei einem ähnlichen Unfall im vergangenen Sommer waren fünf Deutsche ums Leben gekommen. Vor allem im Frühjahr und Sommer wird Marina di Campo, ein bekannter Badeort, von zahlreichen kleinen Maschinen angeflogen.

(apa/red)