Viertägiger Generalstreik gegen Königs-Diktatur in Nepal: Zahlreiche Festnahmen!

Kämpfe mit maoistischen Rebellen im Süden Schulen, Fabriken und Geschäfte geschlossen

Mit der Festnahme von Hunderten von Oppositionellen hat das autoritäre Regime in Nepal Großkundgebungen zu Beginn eines viertägigen Generalstreiks gegen die Königsdiktatur verhindert. Die Polizei habe Studentenführer, Frauenrechtlerinnen und Mitglieder der sieben wichtigsten Parteien festgenommen, sagte der Oppositionspolitiker Khadga Prasad Oli in der Hauptstadt Kathmandu. Bei einem Angriff kommunistischer Rebellen wurden mindestens 13 Menschen getötet, darunter zwei Zivilpersonen.

Der von den sieben Parteien ausgerufene und von den maoistischen Aufständischen unterstützte Generalstreik hat das Leben in dem Himalaya-Königreich lahm gelegt. Schulen, Fabriken und die meisten Geschäfte blieben geschlossen. Die Sieben-Parteien-Allianz SPA hatte zu dem für vier Tage geplanten Ausstand aufgerufen, um König Gyanendra zu demokratischen Reformen zu zwingen. Der König hatte im Februar vergangenen Jahres die letzte parlamentarisch legitimierte Regierung entlassen und selbst die Macht übernommen.

Die vom König eingesetzte Notstandsregierung hatte vor dem Generalstreik ein Demonstrationsverbot über die Haupstadt Kathmandu verhängt und rund 300 Oppositionelle verhaften lassen. Für Samstag ist eine Großkundgebung der Opposition geplant. Die Regierung begründete das Demonstrationsverbot mit dem Argument, die Oppositionsaktionen würden von den maoistischen Rebellen unterwandert.

Die US-Regierung hatte den König aufgefordert, mit den politischen Parteien "in Dialog zu treten" und zur parlamentarischen Demokratie zurückzukehren. Die Europäische Union appellierte an Gyanendra, alle politischen und bürgerlichen Freiheiten gemäß den internationalen Verpflichtungen des Landes unverzüglich wiederherzustellen und alle politischen Gefangenen und Menschenrechtsverteidiger freizulassen.

Maoistische Untergrundkämpfer griffen nach Polizeiangaben am Mittwochabend in der Stadt Malangawa, 120 Kilometer südlich von Kathmandu, mehrere Behördengebäude, Polizeiwachen und Armeekasernen an. Fünf Polizisten wurden getötet, der örtliche Verwaltungschef und 27 Polizisten als Geiseln genommen. Die Rebellen hätten inhaftierte Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis befreit, sagte ein Polizeisprecher. Die Kämpfe dauerten auch am Donnerstag noch an. Die Streitkräfte schickten Verstärkung in die Region.

Die Regierung versetzte die Sicherheitskräfte landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft. Im Kampf gegen die Rebellen stürzte am Donnerstagmorgen ein Militärhubschrauber ab. Die kommunistischen Rebellen erklärten, sie hätten die Maschine abgeschossen. Nach Angaben der Streitkräfte war Absturzursache möglicherweise ein technischer Defekt. (apa/red)