Vierschanzen-Tournee bleibt in rot-weiß-
roter Hand: "Schlieri" gewinnt am Bergisel

Innsbruck: Dritter Sieg im dritten Springen für ÖSV Schlierenzauer rückt Kofler in Gesamtwertung nahe<br>Drei Österreicher im Tournee-Klassement in Führung

Vierschanzen-Tournee bleibt in rot-weiß-
roter Hand: "Schlieri" gewinnt am Bergisel © Bild: Reuters

Gregor Schlierenzauer hat sich seinen Wunsch erfüllt und erstmals auch auf seiner Heim-Schanze in Innsbruck gewonnen. Vier Tage vor seinem 20. Geburtstag siegte der Tiroler mit 13,3 Punkten Vorsprung auf den Schweizer Simon Ammann und weiteren vier Zehntel vor dem Finnen Janne Ahonen und übernahm damit auch wieder knapp die Weltcupführung. Andreas Kofler behauptete mit Rang vier die Gesamtführung.

Kofler führt die sensationelle österreichische Mannschaft als Leader nach Bischofshofen. Der Tiroler liegt nur noch 14,6 Punkte vor seinem engeren Landsmann Schlierenzauer und 21,6 Zähler vor Tournee-Titelverteidiger Wolfgang Loitzl. Drei Österreicher in der Gesamtwertung vor dem letzten Tournee-Bewerb voran, das hat es überhaupt noch nie gegeben. Einen Triple-Sieg bei der Tournee hingegen schon, als im Jahr 1974/75 Willi Pürstl vor Edi Federer und Karl Schnabl triumphierte.

"Mir fehlen die Worte. Man fährt da jeden Tag vorbei und denkt sich, da will man gewinnen. Ich muss zugeben, dass ich sehr nervös war", gestand Schlierenzauer nach seinem Weltcup-Sieg Nummer 28. "Fünf Punkte waren nicht sehr viel", bezog er sich auf seinen Vorsprung als Leader nach dem ersten Durchgang. "Ich habe gewusst, dass ich voll angreifen und einen guten Sprung machen muss. Ich werde weiter an mir arbeiten, in der Tournee ist noch alles offen", sagte der Weltcup-Gesamtsieger, der in der Vorsaison allein 13 Weltcup-Siege gefeiert hatte und damit einen Rekord markiert hatte. Im Olympia-Winter hält er bei vorerst vier und mit nun insgesamt 28 Siegen ist er gemeinsam mit Martin Schmitt (GER) in der "ewigen" Bestenliste schon Fünfter.

Koflers Vorsprung schmilzt
Andreas Kofler büßte einiges von seinem Vorsprung ein. "Es war brutal schwierig. Die Sprünge waren nicht hundertprozentig frei. Ich freue mich jetzt auf Bischofshofen", meinte Kofler, der sich auf der Paul-Außerleitner-Schanze sehr wohl fühlt - wie auch Schlierenzauer. Ebenfalls noch Karten zum Tournee-Gesamtsieg und damit zur erfolgreichen Titelverteidigung hat Wolfgang Loitzl in der Hand. "Mit diesem (kurzen) Anlauf, wenn der Aufwind nicht da ist, da tut sich jeder schwer. Ich bin nicht unzufrieden mit dem Wettkampf, das Ergebnis hätte aber ein bisschen besser sein können", sagte der Tages-Sechste.

Eine Überraschung aus ÖSV-Sicht gelang Mario Innauer, der nach langer Krise mit Rang zehn fulminant in den Weltcup zurückkehrte. Enttäuschend war hingegen Thomas Morgenstern als 14. platziert. Der nach dem ersten Durchgang auf Platz 3 liegende Martin Koch wurde noch auf Platz 18 durchgereicht.

Pointner zufrieden
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner konnte sich einmal mehr über sein "Wunderteam" freuen. "Gratulation an die Sportler, die haben wieder Großartiges geleistet. Gregor ist sensationell gesprungen, er hat einen souveränen Sieg gefeiert. Gott sei Dank springen wir mit drei Assen mit." Der 39-jährige, vierfache Familenvater wollte sich freilich auf keine Prognose für das Finale am Dreikönigstag einlassen. "Ich spüre eine mannschaftliche Geschlossenheit. Ich weiß, dass jeder Springer gewinnen kann. In Bischofshofen kann jeder gewinnen, wichtig ist nur, dass es ein Österreicher ist", wünscht sich Pointner.

Die Superlative für die "Super-Adler" gehen langsam zur Neige, jedes Jahr sorgen sie für neue Rekorde. Nach den drei Tagessiegen von Loitzl en suite bei der vergangenen Tournee haben nun Kofler sowie zweimal Schlierenzauer diese Serie auf sechs erhöht. Mit dieser Jahrhundert-Mannschaft ist für die weiteren Saisonhöhepunkte mit den Olympischen Spielen in Whistler/Vancouver sowie zum Abschluss den Skiflug-Weltmeisterschaften noch viel möglich.

(apa/red)