Vier Iraner auf der Flucht: Terror-Alarm nach Drohung auf Bahnstrecke in Frankreich

Trajekt Luxemburg-Basel im Visier von Terroristen Behörden fahnden nach insgesamt vier Verdächtigen

Nach einer Terror-Warnung sind die Kontrollen auf der Bahnstrecke Luxemburg-Basel und im ganzen Osten Frankreichs verstärkt worden. Französischen Ermittler zufolge fahndeten die Behörden vor allem in Ostfrankreich nach vier Verdächtigen iranischer Herkunft. Dem Vernehmen standen diese im Verdacht, einen Anschlag geplant zu haben.

Auch Deutschland und Luxemburg hätten "angemessene Maßnahmen" eingeleitet, hieß es ohne weitere Präzisierung. Ein Sprecher des deutschen Innenministeriums in Berlin sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei den Gesuchten gebe es "nach bisherigen Erkenntnissen keinen Deutschlandbezug".

Den französischen Ermittlern zufolge hatte ein "befreundeter Staat" Frankreich vor einem drohenden Attentat gewarnt. Die Angaben dazu hätten aus einer "sicheren" Quelle gestammt und seien "ziemlich genau" gewesen. Insgesamt gibt es demnach fünf Verdächtige; über die Identität des fünften wurde zunächst nichts bekannt.

Der Berliner Ministeriumssprecher wollte keine Einzelheiten zur möglichen Bedrohung oder den Verdächtigen nennen. Er sagte AFP nur, der Sachverhalt sei "den deutschen Sicherheitsbehörden bekannt": "Es wird der Lage angemessen vorgegangen." Wie AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr, schaltete Frankreich einen seiner Geheimdienste ein.

Seither hätten Polizisten und Beschäftigte der französischen Staatsbahn SNCF Identitätsüberprüfungen, Durchsuchungen von Reisenden und deren Gepäck sowie Patrouillen vorgenommen, sagte der Bürochef des Präfekten im elsässischen Regierungsbezirk Haut-Rhin, Daniel Herment, AFP. Bei den Kontrollen wurde demnach auch kein Sprengsatz entdeckt. Die Eurocity-Strecke Luxemburg-Basel führt weitgehend über Lothringen und das Elsass. Regionalzüge fahren auf der Verbindung auch über deutsches Gebiet.

Nach Angaben der Lothringer SNCF-Regionaldirektion konnten alle Züge auf dieser Strecke trotz der verschärften Kontrollen wie üblich verkehren. Die Staatsbahn wies die Reisenden darauf hin, dass die eingeleiteten Schritte im Rahmen des französischen Anti-Terror-Plans Vigipirate erfolgten. Im Rahmen dieses Plans herrscht in Frankreich seit den Sprengstoffanschlägen des 7. Juli 2005 in London ohnehin die zweithöchste Alarmstufe Rot. Sie bedeutet in Frankreich unter anderem verschärfte Sicherheitskontrollen an Bahnhöfen und in den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen, eine teilweise oder vollständige Sperrung des Luftraums sowie die Bildung von Trinkwasservorräten.

(APA/red)