Viennale 2011 von

"Michael" prämiert

Wiener Filmpreis für Markus Schleinzer zum Ende des Festivals. Besuche konstant.

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    Die Preisträger Markus Schleinzer und Michael Fuith bei der Abschluß Gala

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    Gerald Igor Hauzenberger, Ernst Woller, Markus Schleinzer

Mit einer konstanten Besucherbilanz sowie Wiener Filmpreisen für "Michael" von Markus Schleinzer und "Der Prozess" von Gerald Igor Hauzenberger ist die Viennale zu Ende gegangen. Das internationale Filmfestival verzeichnete bei vier Kinoveranstaltungen weniger als im Vorjahr 400 Zuschauer mehr und kam insgesamt auf 96.700 Besucher. Die Auslastung belief sich erneut auf knapp 80 Prozent. Festivaldirektor Hans Hurch sprach laut einer Aussendung von einem "wunderbaren Versprechen" für das 50-Jahr-Jubiläum im kommenden Jahr.

Das Festival, das mit Aki Kaurismäkis "Le Havre" gestartet war und mit George Clooneys "The Ides of March" zu Ende ging, freute sich über 120 ausverkaufte Vorstellungen, was mehr als einem Drittel aller Veranstaltungen entspricht. Besonders erfolgreich gestalteten sich den Angaben zufolge das Tribute für Stargast Harry Belafonte, die Gala-Events im Gartenbaukino und die "Home Run"-Schiene mit neuen österreichischen Filmen. Hinter den Erwartungen zurück blieben die Würdigung für den Hongkong-Filmemacher Soi Cheang sowie die HBO-Serie "Mildred Pierce".

Schleinzer und Hauzenberger jubeln
Auch wenn die Viennale traditionell keinen Wettbewerb ausrichtet, werden am Ende dennoch einige Preise vergeben. Markus Schleinzer darf sich über den Wiener Filmpreis im Wert von 12.000 Euro für den besten österreichischen Spielfilm freuen, da "Michael" laut Jury dazu zwinge, "verstörende, aber nötige Fragen an uns und unsere Gesellschaft zu stellen". Die gleich dotierte Auszeichnung der Stadt Wien für den besten heimischen Dokumentarfilm des vergangenen Jahres geht an Gerald Igor Hauzenbergers Tierschützer-Doku "Der Prozess".

Mexiko-Film ausgezeichnet
Hauzenberger erhält auch den erstmals vergebenen MehrWERT-Filmpreis der Erste Bank, der aus einem Aufenthaltsstipendium in New York besteht. Je 2.000 Euro gehen zudem an die beiden Kurzfilmemacher Johann Lurf und Kurdwin Ayub. Die Kinostart-Empfehlung durch die Leser-Jury der Tageszeitung "Der Standard" ergeht an den mexikanischen Film "El lugar mas pequeno" (The Tiniest Place) von Tatiana Huezo Sanchez. Und den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik für den besten Erstlings- oder Zweitfilm erhält "Yatasto" des Argentiniers Hermes Paralluelo.

120 Filmschaffende durfte das Festival in diesem Jahr begrüßen, 651 internationale Medien- und Branchenvertreter waren heuer zu Gast. Als Stargäste durften neben Harry Belafonte auch die Regisseure David Cronenberg und Nanni Moretti begrüßt werden, die Musikerin Genesis P-Orridge und die Regisseurin Chantal Akerman hatten ihre angekündigten Besuche kurzfristig absagen müssen. Die seit 6. Oktober laufende Retrospektive zu Akerman im Österreichischen Filmmuseum besuchten insgesamt 4.500 Personen und damit 200 weniger als die Rohmer-Schau 2010.

Link: viennale.at