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Caps starten rundumerneuert in neue Saison

Großes Ziel dieses Jahr: EBEL-Finale, Saisonauftakt mit CHL-Spiel gegen Färjestad

Vienna Capitals © Bild: APA/Techt

Die Vienna Capitals starten runderneuert in die neue Eishockey-Saison, die für die Wiener am Donnerstag (19.30) mit dem Heimspiel in der Champions Hockey League (CHL) gegen Färjestad BK beginnt. Nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus in der vergangenen Saison wurde die Mannschaft kräftig verändert, der neue Cheftrainer Tom Pokel soll die Caps zumindest ins EBEL-Finale führen.

Der 46-jährige US-Amerikaner hat in der vergangenen Saison den HCB Südtirol aus Bozen sensationell zum Liga-Titel geführt und wurde im Sommer als Nachfolger für Tommy Samuelsson nach Kagran geholt. Zehn Spieler wurden abgegeben, darunter Top-Scorer Francois Fortier und die Verteidiger Andre Lakos und Adrian Veideman.

Sechs neue Legionäre

Mit unter anderem sechs neuen Nordamerika-Legionären legt Hans Schmid die Latte hoch. "Das Ziel ist das Erreichen des Finales, eine gute Rolle in CHL spielen und den Zuschauerschnitt wieder über 5.200 (nach zuletzt 4.889) bringen", erklärte der Caps-Präsident. Vom zweiten Titel der Vereinsgeschichte nach jenem von 2004/05 wollte Schmid nicht reden.

Der Clubchef hofft auf jeden Fall auf eine klare Steigerung. "Ich habe nicht im Traum geglaubt, dass wir das Halbfinale nicht erreichen, das war für uns eine sehr große Enttäuschung. Ich denke, wir haben die Weichen für eine gute Saison gestellt", sagte Schmid.

Pokel nannte keine konkreten Ziele für diese Saison. "Wir sind nicht die einzige Mannschaft, die Erwartungen und Ziele hat. Wir werden Höhen und Tiefen erleben, wichtig ist, dass wir zusammenhalten, nur dann können wir was erreichen", sagte der US-Amerikaner, der sein Team auch mit Blick auf zwei Regeländerungen zusammengestellt hat.

Neue Hybrid-Regel

So wurde die neutrale Zone (Mitteldrittel) verkleinert und das Angriffsdrittel von 21,33 auf 22,86 m vergrößert, um dem Offensivspiel mehr Platz zu bieten. Zudem wurde eine Hybrid-Regel beim Icing (unerlaubter Weitschuss) eingeführt. Icing wird aufgehoben, wenn der Stürmer vor dem Verteidiger ins Angriffsdrittel kommt.

"Wir wollten vor allem in der Verteidigung physisch stark sein, aber eisläuferisch besser. Die Verteidiger müssen aktiver sein", erklärte der in die Kaderplanung einbezogene Co-Trainer Phil Horsky, der als Nachwuchskoordinator auf einige Erfolge verweisen kann. So haben Verteidiger Patrick Peter (20) und Torhüter David Kickert (20) den Sprung ins Nationalteam geschafft, mit Stürmer Sascha Bauer (19) und Verteidiger Dominic Hackl (17) haben zwei Talente den Sprung in den Kader geschafft. Ali Wukowits (18) setzt seine Entwicklung im U20-Team des schwedischen Spitzenclubs Färjestad fort. Horsky konnte auch erstmals einen NHL-Scout auf Erkundungstour beim Caps-Nachwuchs begrüßen.

Auftakt gegen Ex-Trainer

Der schwedische Partnerverein ist am Donnerstag auch erster Kontrahent in der CHL und ein ganz besonderer Gegner. Der bisherige Caps-Trainer Samuelsson ist nun Cheftrainer bei Färjestad. "Es ist ein spezielles Spiel, weil Samuelsson dort Trainer ist. Wir wollen in der CHL so viele Spiele wie möglich gewinnen", sagte Pokel.

Die Caps sind ein Gründungsmitglied der CHL, finanziell ist das vorerst eine Investition. "Wichtig ist, dass Wien in diesem europäischen Bewerb nachhaltig präsent ist. Ich erwarte mir in den nächsten zwei Jahre keinen finanziellen Vorteil", sagte Schmid. Gesamt soll diese Saison aber kein Minus bringen, wie General Manager Franz Kalla betonte: "Gezwungenermaßen haben wir heuer das Budget reduziert, die Mannschaft ist billiger als letztes Jahr. Die Zielsetzung heuer ist, operativ zumindest ausgeglichen zu bilanzieren".

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