Vienna Autoshow 2013 von

Keine Lust auf Autokauf

Automobilbranche gibt sich noch zuversichtlich - SUVs und PS-starke Autos gefragt

  • Mini präsentiert das neue Modell Paceman.
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    Mini Paceman

    SUVs - und PS-starke Fahrzeuge sind nach wie vor sehr beliebt.

  • SUV sind weiterhin sehr gefragt.
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    Dacia Duster

    Dieser Trend werde sich fortsetzen, glaubt die Branche.

Österreichs größte Automesse - die "Vienna Autoshow" – ist voll im Gange: Die Autobranche zeigt sich trotz Rückgang bei den Neuzulassungen 2012 zufrieden und gibt sich für 2013 verhalten optimistisch. Die Branchenvertreter räumen auch geschönte Zulassungszahlen ein und haben ebenfalls damit zu kämpfen, dass immer weniger Österreicher sich ein Auto kaufen wollen.

Dabei hatte erst kürzlich der deutsche "Autopapst" Ferdinand Dudenhöffer der Branche für 2013 das härteste Jahr seit Jahrzehnten vorausgesagt. Er schätzt, dass in Europa um 3,5 Millionen weniger Pkw verkauft werden - was der Jahresproduktion von zwölf Werken entspreche. In Österreich sind im November 2012 die Neuzulassungen um ein Fünftel eingebrochen.

Felix Clary und Aldringen, Vorsitzender des Verbandes der Automobilimporteure, räumte ein, dass die Situation des Handels nicht ganz so rosig ist wie oft vermittelt. Zwar konnte die Umsatzrendite von 1 auf 1,5 Prozent gesteigert werden, für eine "nachhaltige Arbeitsplatzsicherung" seien aber 2 bis 3 Prozent notwendig.

Geschönte Zulassungsstatistik

Außerdem relativierte er die noch halbwegs gute Zulassungsstatistik. Alleine 20.000 bis 30.000 Autos würden nach der Tages-Erstzulassung im Ausland landen und nicht in der heimischen Wertschöpfungskette. Außerdem würden immer weniger Autos von Privatpersonen zugelassen, während der Anteil an Firmenautos steigt. Die Zahl der umstrittenen Kurzzulassungen lag bei 89.000 Stück, was 27 Prozent aller Neuzulassungen im Jahr 2012 entspricht. Kritiker sehen darin "frisierte" Zulassungszahlen, um für eine positivere Verkaufsstimmung zu sorgen.

SUV und viele PS

Auffällig ist, dass trotz hoher Ölpreise nach wie vor Stadt-Geländewagen - sogenannte SUVs - und PS-starke Fahrzeuge die Renner bei den Neuzulassungen sind. Dieser Trend werde sich fortsetzen, glaubt die Branche. Starke Zuwächse verzeichnete im Vorjahr die VW-Tochter Skoda, Verlierer war die krisengeschüttelte Marke Opel.

Keine Lust zum Autokauf

Die heimische Autobranche hat auch damit zu kämpfen, dass immer weniger Österreicher sich ein Auto kaufen wollen. Im Jahr 2008, dem Ausbruch der Wirtschaftskrise, hatten noch 21 Prozent vor, in den folgenden ein bis zwei Jahren einen Neu- oder Gebrauchtwagen anzuschaffen. 2012 waren es nur mehr 16 Prozent. Das geht aus einem am veröffentlichten Vergleich der Österreichischen Verbraucheranalyse des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor.

Vor 5 Jahren erklärten noch 21 Prozent, mittelfristig einen Pkw kaufen zu wollen. 2009 sank der Wert auf 19 Prozent. 2010 und 2011 lag er bei 17 Prozent und im vergangenen Jahr bei 16 Prozent. Seit 2008 gestiegen ist hingegen der Anteil der jungen Österreicher im Alter von 16 bis 29 Jahren, die die Anschaffung eines Autos planen: von 30 auf 37 Prozent.

Gebrauchtwagen im Trend

46 Prozent der im Vorjahr Befragten planen den Kauf eines Gebrauchtwagens, nur 29 Prozent wollen sich einen fabrikneuen Pkw zulegen. 25 Prozent wissen es noch nicht. Für 52 Prozent kommt ein Mittelklassefahrzeug infrage, für 25 Prozent ein Kleinfahrzeug und für lediglich 9 Prozent eines der Oberklasse. 14 Prozent sind noch unschlüssig. Auch bei der Finanzierungsart sind 28 Prozent unentschlossen. 64 Prozent setzen auf Kaufen, 8 Prozent auf Leasing.

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