Viele Immobilien-Preise wieder im Sinken: Heißgelaufener Markt kühlt langsam ab

FORMAT zeigt positive Tendenzen & Kostenpunkte auf Kaufpreis ist extrem von Lage und Qualität abhängig

Viele Immobilien-Preise wieder im Sinken: Heißgelaufener Markt kühlt langsam ab © Bild: APA/Gindl

Immobilien bewähren sich gerade in Krisenzeiten als stabile Anlage und sind in Zeiten steigender Inflation dasjenige Investment, mit dem sich der reale Wert des Vermögens am besten erhalten lässt. So lautet eine weitverbreitete Ansicht - doch stimmt sie auch in der Praxis? Die neuesten Daten des Immobilienpreisspiegels 2008 der Immomakler zeigen jedenfalls ein sehr differenziertes Bild.

Bei der umfassenden Erhebung der Preise in allen österreichischen Bezirken zeigten sich zwar Regionen mit weiter steigenden Werten, die meisten Preise entwickelten sich aber merklich schwächer als die Inflation oder gaben sogar nach. Das belegt auch die Langfristentwicklung des Wiener Immobilienindex. Thomas Malloth, Bundesobmann der Immobilientreuhänder: "Der überhitzte Markt der vergangenen Jahre beruhigt sich nun. Auch die Finanzkrise dämpft das Wachstum am österreichischen Immobilienmarkt." So sind wegen der Liquiditätsengpässe der Banken die Zinsen und damit auch die Konditionen für Immobilienfinanzierungen kräftig gestiegen. Dadurch ziehen sich einige Großinvestoren aus diesem Segment zurück - und private Käufer können sich angesichts steigender Monatsraten weniger leisten als vor ein, zwei Jahren.

Gute Lage, schlechte Lage
Doch wie immer gilt die alte Branchenweisheit, dass es gerade bei Immobilien extrem auf die Lage und Qualität ankommt. FORMAT zeigt deshalb in einer zweiteiligen Serie, was Liegenschaften jetzt wert sind, wie sich die Preise für Eigenheime, neue und gebrauchte Eigentumswohnungen und für Baugründe entwickelt haben und mit welchen Mieten man derzeit rechnen muss. Basis sind Durchschnittspreise für Objekte mit gutem Wohnwert, allerdings ohne Spitzenimmobilien.

Trends in Wien
Generell haben sich die Preise in den teureren Bezirken besser gehalten als in günstigeren, was sich nicht zuletzt in der Bundeshauptstadt zeigt. So kostet ein Quadratmeter neue Eigentumswohnung im ersten Wiener Gemeindebezirk mit 5.133 Euro 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gefragt ist auch der 19. Bezirk mit plus fünf Prozent. Hier zeigen sich Sondereffekte wie russische Käufer, die für Toplagen tief in die Tasche greifen. Spektakulärer Aufsteiger ist der 23. Bezirk mit plus 10,4 Prozent. Gebrauchte Wohnungen wurden dagegen in zehn Wiener Bezirken billiger. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Nettomieten: Hier gaben die Preise für frei vermietete Wohnungen sogar in elf von 23 Bezirken nach. Dass mancher Mieter trotzdem mehr zahlen musste, liegt an den höheren Nebenkosten. Hier ist angesichts der anziehenden Energiekosten auch heuer mit steigender Tendenz zu rechnen. Deshalb dürften sich Wohnungen in Nachkriegsbauten mit extrem schlechter Wärmedämmung noch schwieriger vermieten lassen als bisher - was die Nettomieten weiter unter Druck setzen dürfte.

Entwicklung in Bundesländern
Als das Bundesland mit der kräftigsten Preissteigerung erwies sich ganz klar Salzburg. Neue Eigentumswohnungen verteuerten sich sowohl in Tamsweg als auch in der Landeshauptstadt um 5,8 Prozent, in deren Umfeld sogar um 7,1 Prozent. Noch tiefer müssen diejenigen in die Tasche greifen, die sich für Baugründe interessieren. Hier gab es im Fall von Zell am See Steigerungen von bis zu 13 Prozent.

In Niederösterreichs Hauptstadt St. Pölten wurden dagegen Baugründe wegen des kräftig ausgeweiteten Angebots günstiger, dafür zog Wiener Neustadt an. In Oberösterreich war die Region Linz generell gefragt. Am stärksten verteuerten sich gebrauchte Eigentumswohnungen im Randbezirk Urfahr - um 9,2 Prozent auf 1.500 Euro pro Quadratmeter.

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