Viele offene Fragen: Gespanntes Warten
auf Ergebnisse der ÖBB-Aufsichtsratsitzung

Spitzelskandal bringt Bundesbahn aus der Spur<br>Chefs & Aufsichtsrat über Datensammlung informiert? Finanzprobleme stellen Zug-Verbindungen in Frage

Viele offene Fragen: Gespanntes Warten
auf Ergebnisse der ÖBB-Aufsichtsratsitzung © Bild: APA/Gindl

Der ÖBB-Aufsichtsrat zieht erste Konsequenzen aus der Affäre um die illegalen Aufzeichnungen von Krankendaten im Unternehmen. Eine Sachverhaltsdarstellung wird an die Staatsanwaltschaft übermittelt, dann soll ein externer Anwalt die Daten prüfen, kündigte ÖBB-Aufsichtsratschef Pöchhacker an. Personelle Konsequenzen sind vorerst aber nicht vorgesehen.

Jüngst war bekanntgeworden, dass die ÖBB genaue Aufzeichnungen über die Krankenstände von Mitarbeitern geführt haben und teilweise auch auf Familienmitglieder eingewirkt haben, um die Krankenstände zu reduzieren. Vor wenigen Jahren waren ÖBB-Mitarbeiter noch im Schnitt 27 Tage pro Jahr im Krankenstand, inzwischen sind es 17 Tage. Durchschnittlich sind die Österreicher pro Jahr 12 Tage krank.

Der neue ÖBB-Personalchef Bachmayer soll sicherstellen, "dass ab sofort nichts mehr gespeichert werden darf, was verboten ist", Bachmayer "wird das so durchziehen", sagte Pöchhacker. Das EDV-System werde so geändert, dass unzulässige Aufzeichnungen nicht mehr möglich sind. In die ÖBB-interne Untersuchungskommission soll ein Datenschutzexperte aufgenommen werden.

Praktiken waren bekannt
Der Aufsichtsrat sei vor einem Jahr über die Praktiken informiert worden, aber "da es dann nie wieder behandelt wurde, weder von Belegschaftsvertretern noch vom Management, musste man stillschweigend annehmen, bei den Hunderten von Problemen die wir in diesen Sitzungen besprechen, dass es erledigt sei", rechtfertigte Pöchhacker, dass der Aufsichtsrat nicht eingeschritten ist.

Pöchhacker dementiert auch Berichte, wonach in nächster Zeit mit der Streichung von 1.600 Kilometern Bahn zu rechnen sei. Es sei "selbstverständlich", dass sich angesichts der Nachfrageeinbrüche der Vorstand mit der "Wirtschaftlichkeit sowohl von Strecken als auch von Knotenpunkten" beschäftigen müsse. Was aber in den Medien gestanden sei, "ist so weder beschlossen noch wird es so stattfinden". Es gebe keine konkreten Pläne für Streckenkürzungen.
(apa/red)

Kommentare

bahn II nächster punkt: bahnliberalisierung: hat sich schon mal wer gefragt wie hoch das schienennutzungsentgelt sein wird, denn dann würde man auch hier feststellen, dass dieses für private viel zu gering ausfallen wird, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man hier auch das entgelt für den verschub, fahrdienstleiter, lichtanlagen etc. eingerechnet hat. falls doch dann würde mich der schlüssel hiezu mehr als interessieren!

bahn ...ich möchte erwähnen, dass zuerst diese sinnlose system der aufsichtsräte samt sinnloser sitzungen abgeschafft gehört. es bringt ganz einfach nichts . es gehört ein starker generaldirktor in verbindung mit einer starken belegschaftsvertretung her!...und wer bestellt (z.b. koralmtunnel 5 milliarden euro!) der soll auch zahlen wie das land, gemeinden etc. (die können sich das ohnehin nicht leisten) aber nur mit bankgaranite! diese kosten dürfen nicht auf die bahn umgewälzt werden! streckeneinsparungen deto, denn dann wüsste man dass sich niemand die anfallenden kosten wird leisten können!

Einsparung ....wieviele von denen die sich aufregen, wenn Bahnlinien eingestellt werden, fahren mit der Bahn? Außerdem sind die meisten Bahnhöfe ja weiter weg von Ortschaften u wer geht heutzutage schon zu Fuß dorthin. Die Zeiten haben sich geändert. Die Bürgermeister regen sich auch auf, aber fahren sie mit der Bahn?
Für die Nebenstrecken gehört ein touristisches Konzept her und richtig vermarktet.

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Bravo, ein großer Brocken eingespart Die Bahn will durch das Aufgeben von Nebenstrecken im Jahr 20 (!?) (wer es nicht glaubt in Worten:zwanzig) Millionen Euro einsparen. Bravo, dass ist wahrlich ein großer Brocken bei einem Verlust von 1 Milliarde Euro. Nur zu Erinnerung: Ein Milliarde Euro sind 1000 Millionen. Da macht 20 Millionen Ersparnis schon einen Brocken aus. Wenn diese Manager in Ihrer Hilflosigkeit keine anderen Vorschläge haben, dann jagt dieses nutzlose Gesindel, das total überfordert scheint und völlig überbezahlt ist, endlich zum Teufel!

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Re: Bravo, ein großer Brocken eingespart Es steht wohl außer Zweifel, dass die Bahn mehr Einsparungspotential hat als die Stilllegung unrentabler Strecken, siehe dazu auch den Artikel mit den Pensionierungen! Dennoch ist auch das ein Schritt auf einem richtigen Weg. Man muß einfach zur Kenntnis nehmen, dass nicht auch noch der letzte Winkel unserer Alpenrepublik mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt werden kann. Ich erwarte von den ÖBB, dass sie nur kostendeckende Verbindungen betreiben und das wird halt nicht gehen, wenn in einem Zug 3 Leute sitzen. Genauso wie ein Postamt keine Existenzberechtigung hat in dem 5 Briefe am Tag aufgegeben werden.

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