Viel Lärm um nichts? Heftige Diskussionen um Gesamtschule lassen Mehrheit völlig kalt

Laut Umfrage interessiert Thema 59% offenbar kaum <b>PLUS:</b> Online-Umfrage & Standpunkte der Parteien

Der von den Parteien mit einiger Vehemenz geführte Streit um das Schulsystem - Gesamtschule ja oder nein - lässt die Mehrheit der Österreicher offenbar kalt. In einer OGM-Umfrage für das ORF-Fernsehmagazin "Report" enthielten sich fast 60 Prozent der Befragten der Antwort auf die Frage, welche Partei das beste Konzept für die Zukunft des Schulwesens hat.

SPÖ, ÖVP, Grüne und FPÖ standen zur Auswahl, aber 59 Prozent antworteten mit "andere, weiß nicht, keine Angabe". Unter denen, die sich offenbar doch für die Diskussion interessieren, lag diesmal - anders als im Februar 2005 - die SPÖ mit 20 Prozent knapp vorne. Gemeinsam mit den Grünen (vier Prozent) ergibt das rund ein Viertel Zustimmung für die Parteien, die für eine gemeinsame Schule plädieren. ÖVP (16 Prozent) und FPÖ (2 Prozent), die die Gesamtschule ablehnen, blieben gemeinsam unter einem Fünftel.

Dazu passt, dass nur 34 Prozent befürchten, dass eine Gesamtschule der Sechs- bis 14-Jährigen die Leistungen der Schüler verschlechtern würde. Ebenso viele gehen davon aus, dass die Leistungen gleich bleiben - und 23 Prozent würden sich Verbesserungen erwarten. Hier waren die Befragten meinungsfreudiger: Nur zehn Prozent machten keine Angabe.

Mit dem derzeitigen Schulsystem zeigte sich die Hälfte sehr (15 Prozent) bzw. eher (35 Prozent) zufrieden. Weniger zufrieden waren 24, gar nicht nur drei Prozent. Und fast ein Viertel (23) enthielt sich hier der Antwort. Benotet wurde das derzeitige Schulsystem im Mittelwert mit 2,8.

(apa)