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Star Wars Battlefront 2:
Macht oder macht nix?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Blockbuster-Spiel von Electronic Arts

Videospiele - Star Wars Battlefront 2:
Macht oder macht nix? © Bild: Electronic Arts

Star Wars kommt nie aus der Mode. Auch nicht bei Videospielen. Knapp einen Monat vor dem Start von "Last Jedi" bittet Hersteller Electronic Arts zur digitalen Schlacht: Ob und für wen sich "Star Wars Battlefront 2" auszahlen kann oder nicht, beantworten wir hier. Möge die Macht der Entscheidung mit euch sein!

Worum geht es in "Star Wars Battlefront 2"?

Die Rahmenhandlung ist rasch abgesteckt: "Star Wars Battlefront 2" verpackt den ständigen Kampf des Galaktischen Imperiums gegen die Rebellen-Allianz in einen klassischen Shooter. In Filmen "gedacht" holt das Spiel weit aus und lässt die Kampfschauplätze zwischen den ersten sieben Episoden pendeln.

Das Herzstück des Spiels bleibt weiterhin der Mehrspielermodus, bei dem je nach Spielart bis zu 40 Spieler gleichzeitig in einem Kampfgebiet gegeneinander antreten können. Zum Erscheinungstermin gibt es fünf unterschiedliche Spielarten, die stark an klassische Modi angelehnt sind. Apropos Mehrspieler: Ohne Internetanbindung ist das Spiel überhaupt nicht zu empfehlen.

Gibt es eine Einzelspieler-Kampagne?

Im Gegensatz zum ersten "Star Wars Battlefront" aus dem Jahr 2015 ist eine komplett neue Geschichte für Einzelspieler enthalten, die zwischen Episode 6 und 7 angesiedelt ist und sogar zum offiziellen Kanon zählt. Besonders erfrischend und für Fans spannend: Man schlüpft in die Rolle einer Elitesoldatin des Imperiums.

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Mit einem Dutzend Abschnitten ist die Kampagne in wenigen Stunden zu Ende und stolpert hin und wieder über ein paar Klischees. Trotz kleinerer Verwirrungen ist das Abenteuer aber perfekt durchgestylt und ein dankbares Futter für passionierte Sternenkrieger.

Kann man auch mit Raumschiffen in die Schlacht ziehen?

Ja, diesmal kann man nicht nur vereinzelt, sondern direkt in packende Weltraumschlachten ziehen. Besonders die Spielvariante "Sternenjäger-Angriff" gefiel im Test, weil mit einem Team eine Reihe von Zielen zu erfüllen ist, bevor das andere Team seine Ziele erreicht. Die taktischen Kämpfe machen unheimlich viel Spaß und sind sensationell in Szene gesetzt. Das lässt die Herzen aller "Star Wars"-Fans höher schlagen.

© Electronic Arts Jetzt auch mit ausgiebigen Weltraumschlachten

Gewinnt der, der mehr zahlt?

Nehmen wir einen kleinen Abstecher und kommen zum unangenehmsten Teil von "Star Wars Battlefront 2": Dem Level-System des Spielers und den damit verbundenen Sternenkarten. Durch das Absolvieren von Missionen, Herausforderungen und erfolgreichen Schlachten im Mehrspieler-Modus erhält der Spieler bessere Ausrüstung und Erfahrungspunkte, mit denen er seinen Rang steigern kann.

Dieses Steigern funktioniert aber nicht nur in hart umkämpften Spielstunden, sondern auch ganz simpel mit Echtgeld und dem Kauf von sogenannten Loot-Boxen, in denen all die Ressourcen zum Steigern enthalten sind. Die Community zeigte sich deshalb im Vorfeld schon erzürnt, dass man sich so Spielvorteile erkaufen kann. Gerade in einem Mehrspieler-lastigen Spiel durchaus gerechtfertigt.

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UPDATE: Noch in der Beta-Phase hat Electronic Arts das System zwar eine Spur gelockert, vor dem heutigen Release hat der Hersteller die finale Version aber komplett entschärft. Belohnungen gegen Echtgeld können vorerst nicht mehr gekauft werden, man behält sich aber vor, das System zu einem späteren Zeitpunkt wieder nachzubessern, wie in einem offiziellen Statement bekanntgegeben worden ist.

Ist das "Star Wars"-Universum überzeugend inszeniert?

Die technische Umsetzung zählt zu den größten Stärken des Spiels: Sowohl auf der Xbox One X als auch auf der PlayStation 4 Pro sah alles so aus und hörte sich auch so an, wie man sich das für eine "Star Wars"-Schießbude wünscht.

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Thermaldetonatoren werden einem eindrucksvoll an den Ohren vorbeigeschmissen und Laser abgefeuert. Neben den typischen "Star Wars"-Klängen sind sogar für die deutsche Version alle originalen Synchronsprecher der Filme vor das Mikro getreten. Und die Schauplätze der Gefechte sind nicht nur optisch eindrucksvoll und flüssig, sie wurden auch signifikant auf 11 Planeten ausgeweitet.

Muss man ein versierter Spieler sein, um Spaß an "Star Wars Battlefront 2" zu haben?

Entwickler DICE hat das Spiel bewusst so konzipiert, dass auch gelegentliche Spieler ihre Freude daran haben sollen. Alle Funktionen im Spiel sind recht rudimentär gehalten und weder an Abschuss-Serien noch an spezielle Fähigkeiten des Spielers gekoppelt.

Spezialwaffen, die Verwandlung in einen Helden oder das Besteigen eines mächtigen Vehikels geht recht simpel und findet mehr oder weniger zufallsgeneriert über das Einsammeln von Gegenstanden auf dem Schlachtfeld statt. Oder eben em Einsetzen von Sternkarten.

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Fairerweise muss man aber anmerken, dass im Mehrspielermodus die Kenntnis der Karten und ein wenig Gefühl für den Einsatz der Waffen nicht von Nachteil sind. Sonst kann man auch in "Star Wars Battlefront" schnell zu einem frustgebeutelten Opfer werden.

Streichholz oder Laserschwert - Wie lange motiviert das Spiel?

Auch wenn "Star Wars Battlefront" die Essenz der Marke "Star Wars" auf den Punkt abliefert und vor allem Fans in Erinnerungen schwelgen lässt, ist nach wie vor zu kritisieren, dass das Spiel vom Umfang her leider nicht allzu viel hergibt.

Das liegt zum einen daran, dass der Anreiz für Einzelspieler kurz ist. Zum anderen bleibt das Sammeln und Hochleveln von besserer Ausrüstung im Mehrspielermodus selbst mit der Einführung der Sternkarten relativ eintönig.

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Im Endeffekt dürfte das bei den meisten Spielern darin münden, dass sie sich zu Beginn ein paar Stunden in diesem neuen "Star Wars"-Erlebnis austoben und dann nur noch vereinzelt wieder zurückkehren. Mit dem Kauf künftiger Saisonpässe oder Sternenkarten-Paketen lässt sich das Spiel freilich "an den Tropf" hängen bzw. in die Länge ziehen. Das kostet aber extra.

Apropos: Lassen sich Lichtschwertkämpfe austragen?

Die gute Nachricht: Man kann in "Star Wars Battlefront" die Rolle von "Star Wars"-Helden übernehmen. Das inkludiert auch alle Lichtschwertträger wie Luke Skywalker oder Darth Vader.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden im Schlachtfeld aufeinander treffen und sich - ungestört von anderen Spielteilnehmern - mit ihren Lichtschwertern messen, hat seit dem letzten Teil markant zugenommen. Im überarbeiteten "Helden gegen Schurken"-Modus stehen sich jetzt nämlich nur noch vier Helden der hellen und dunklen Seite gegenüber.

Wird man zum neuen Film "Star Wars: Last Jedi" gespoilert?

Keine Angst, das Spiel spoilert keine Inhalte zum bevorstehenden "Star Wars"-Kapitel in den Kinos, weil es zeitlich davor angesiedelt ist. "Star Wars Battlefront 2" thematisiert klassische, bereits bekannte Schlachten.

Ist "Star Wars Battlefront 2" besser als "Star Wars Battlefront"?

Grundsätzlich ist diese Frage ganz klar zu bejahen. Der zweite Teil hat viele Schwächen des ersten Teils gekittet und Stärken wie die technische Umsetzung weiter ausgebaut. Allein schon die Luftkämpfe und die neue Einzelspieler-Kampagne sind ein guter Kaufgrund für "Star Wars"-Fans.

"Star Wars Battlefront 2" kommt aber nicht ohne Haken: Das oben beschriebene Level-System ist ein großer Abturner. Hinzu kommt, dass auch beim zweiten Teil die Luft nach ein paar Stunden wieder draußen sein kann. Ein besseres Spiel, um "Star Wars"-Luft zu schnuppern gibt es allerdings nicht.

Für welche Systeme ist das Spiel erhältlich?

"Star Wars Battlefront 2" ist für Vorbesteller seit 14. November erhältlich und ab 17. November im Handel oder digital für Playstation 4, Xbox One und PC zu erwerben. Die Standardversion des Spiels kostet für Konsolen rund 70 Euro, für den PC ca. 60 Euro.

© Electronic Arts

Eine Sonderausgabe für Konsolen kostet nochmals 20 Euro extra: Die "Elite Trooper Deluxe Edition" ermöglicht frühzeitigen Zugang zum Spiel und beinhaltet zusätzliche Downloads für verbesserte Ausrüstung im Spiel.