VfB Stuttgart feuert Cheftrainer Babbel:
Schweizer Christian Gross tritt Nachfolge an

Verein zieht nach Remis gegen Bochum Notbremse 3.000 erzürnte Anhänger belagerten Stadioneingang

VfB Stuttgart feuert Cheftrainer Babbel:
Schweizer Christian Gross tritt Nachfolge an © Bild: AP/Kienzle

Der VfB Stuttgart hat Christian Gross als neuen Trainer verpflichtet. Knapp eine Stunde nach der Trennung vom bisherigen VfB-Teamchef Markus Babbel stellte der Fußball-Bundesligist den Schweizer als neuen Coach vor. Das Ende der rund einjährigen Ära Babbel gaben die Schwaben eine Tag nach dem bitteren 1:1 gegen Bochum bekannt. Die Partie war von wütenden Fan-Protesten begleitet.

Gross war zuletzt zehn Jahre lang beim FC Basel engagiert. Er könnte seine erste Bewährungsprobe gleich am kommenden Mittwoch bestehen müssen, wenn der Tabellen-16. der Bundesliga in der Champions League gegen Unirea Urziceni ums Weiterkommen kämpft.

Fans auf den Barrikaden
Bis zu 3.000 Anhänger hatten nach dem Bochum-Spiel das Verwaltungsgebäude des Vereins am Stadioneingang belagert. Nach Angaben der Polizei versuchten sogar mehrere hundert, das Vereinsheim zu stürmen. Insgesamt wurden zwei Beamte verletzt und drei Fans festgenommen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Bereits vor dem Anpfiff hatten etwa 100 Anhänger versucht, den Mannschaftsbus an der Einfahrt ins Stadion zu hindern. Auch hier musste die Polizei eingreifen. Während der 90 Minuten wurden die Spieler immer wieder ausgepfiffen.

Scharfe Kritik von Babbel an VfB-Fans
Nach seiner Ablösung übte Babbel scharfe Kritik an den VfB-Fans und dem Profigeschäft. "So etwas wie am Samstag habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt", sagte er. Vier Wochen nach der Tragödie um Robert Enke verrate das, "dass die Fans und die gesamte Fußballszene daraus nichts gelernt haben". Nach dem Selbstmord des Nationaltorwarts hätten sich "viele zu Wort gemeldet. Doch die Ereignisse vom Samstag zeigen mir: Das ist alles Heuchelei. Jeder versucht nur seine Plattform zu nutzen, um sich darzustellen".

Babbel hatte die Schwaben erst am 23. November 2008 als Nachfolger von Armin Veh übernommen. In der vergangenen Saison führte er sie noch von Rang elf in die Champions League. (apa/red)