Vesuv bei Ausbruch sehr große Gefahr: Neapel mit 2 Mio. Einwohnern völlig zerstört

Eruption vor fast 4.000 Jahren untersucht

Die knapp zwei Millionen Einwohner von Neapel und Umgebung könnten durch einen plötzlichen Ausbruch des Vesuvs gefährdet werden. Ein solcher Ausbruch könnte große Zerstörungen anrichten. Zu dieser Einschätzung kommen italienische und US-Forscher, die einen Ausbruch des Vulkans vor 3.780 Jahren untersuchten.

Die Eruption in der Bronzezeit sei verheerender gewesen als diejenige, die im Jahr 79 zur Zerstörung Pompejis führte, heißt es in der am Montag (Ortszeit) in Washington vorgestellten Studie. Ähnlich wie in Pompeji bestätigen die archäologischen Funde auch bei diesem Ausbruch, dass die Bewohner ihre Häuser und Dörfer fluchtartig verließen und von dem Vulkanausbruch völlig überrascht wurden. Der Ausbruch habe zudem das Weltklima nachhaltig beeinflusst.

Der Studie zufolge gingen bei dem Ausbruch in einem Umkreis von 25 Kilometern Ascheregen und Felsbrocken nieder, die Felder und Dörfer bedeckten. Zwar hätte die Mehrzahl der Bevölkerung die Eruption überlebt, durch die anschließende Abwanderung tausender Menschen habe die Region aber jahrhundertelang brach gelegen.

Die Wissenschafter fanden bei archäologischen Grabungen vier Hütten mit Abdrücken von Alltagsgegenständen; in einem Käfig wurden die Skelettabdrücke von Hunden und Schafen neben zahlreichen Fußspuren von Erwachsenen, Kindern und Rindern entdeckt. Ein plötzlicher Vulkanausbruch dieses Ausmaßes sollte Anlass sein, sich in Bezug auf den Vesuv "auf das Schlimmste" einzustellen, heißt es in der Studie.

Der Vesuv brach zum letzten Mal am 18. März 1944 aus. Damals kamen 26 Menschen ums Leben, 12.000 weitere wurden obdachlos. Heute ist der Berg der meist beobachtete Vulkan der Welt, jede Erdbewegung und jede Emission werden registriert. (apa/red)