Verzweiflung nach Monsunregen in Indien: 3,5 Millionen Menschen flüchten vor den Flut

Heftige Überschwemmungen: Zahlreiche Todesopfer Premierminister Singh verspricht Flutopfern nun Hilfe

Verzweiflung nach Monsunregen in Indien: 3,5 Millionen Menschen flüchten vor den Flut © Bild: AP/Siddiqui

Heftige Überschwemmungen haben im ostindischen Bundesstaat Bihar mindestens 3,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Wie der indische Sender NDTV berichtete, fielen den Fluten am Fluss Kosi bisher etwa 60 Menschen zum Opfer. Die Zahl der Toten könne jedoch noch weiter steigen. Nach einem Besuch im Überschwemmungsgebiet sprach Indiens Premierminister Manmohan Singh von einer "nationalen Katastrophe".

Auch im benachbarten Nepal sind 40.000 Menschen in Notunterkünfte geflüchtet. Zahlreiche Flüchtlinge litten dort bereits an Durchfall, Fieber und Atemwegserkrankungen, berichteten Medien. In Vietnam sind durch Erdrutsche nach heftigen Monsun-Regenfällen mindestens elf Menschen ums Leben gekommen.

Indiens Premier kündigte ein Soforthilfepaket in Höhe von zehn Milliarden Rupien (155 Mio. Euro) an. Nach Medienberichten sind jedoch noch immer mehr als eine Million Menschen von jeglicher Hilfe abgeschnitten. Zehntausende kämpften ums Überleben. Den Angaben zufolge fehlt es vor allem an Booten für Hilfsorganisationen und die Armee. In den Auffanglagern mangle es zudem an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten.

Dammbruch löste Katastrophe aus
Nach Angaben des Innenministeriums in Neu Delhi hat ein Dammbruch in Nepal, wo der Kosi entspringt, die Katastrophe ausgelöst. Dadurch habe der Strom seine Fließrichtung um etwa 120 Kilometer Richtung Osten verändert und riesige Gebiete in Nepal und Bihar überflutet. Verstärkt werden die Überflutungen durch heftige Monsun-Regenfälle, die in den kommenden Tagen anhalten sollen.

Das Unwetter in Vietnam ging über einer Region gut 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Hanoi nieder. In mindestens drei Distrikten lösten sich Erdmassen und stürzten Hänge hinab, teilte der örtliche Katastrophenschutz am Freitag mit. Überschwemmungen und Erdrutsche haben in diesem Jahr bereits mindestens 169 Menschen in Vietnam das Leben gekostet.

Monsunzeit dauert an
Der Monsun in Südasien beginnt in der Regel im Juni und dauert bis Ende September. Nach offiziellen Angaben kamen in Indien bei den Überschwemmungen in diesem Jahr landesweit bereits mehr als 1.600 Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr starben etwa 3.000 Menschen. Im Bundesstaat Bihar an der Grenze zu Nepal waren damals insgesamt 20 Millionen Menschen von der Flut betroffen. Auch in den Nachbarländern richten Überschwemmungen zur Regenzeit schwere Schäden an.

(apa/red)