Verzweifelter Kampf gegen die Flammen: Brände wüten weiter im Südosten Europas

Auch auf spanischer Ferieninsel Gran Canaria Feuer Bulgarien macht jetzt Jagd auf die Brandstifter

Verzweifelter Kampf gegen die Flammen: Brände wüten weiter im Südosten Europas

In vielen Gebieten Südosteuropas wüten weiterhin zahlreiche Waldbrände, angesichts sinkender Temperaturen zeichnete sich aber in einigen Ländern eine Entspannung ab. In Bulgarien und Mazedonien kämpften tausende Feuerwehrleute weiter verzweifelt mit den Flammen. Auch auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria brach ein Feuer aus, der Brandherd befand sich aber nach Angaben der Behörden in sicherer Entfernung von Siedlungen.

Die bulgarische Polizei nahm eigenen Angaben zufolge 14 mutmaßliche Brandstifter fest, die das Inferno mutwillig herbeigeführt haben sollen. In Griechenland entspannte sich die Lage merklich.

Mindestens vier Menschen kamen Presseberichten zufolge bei den Bränden in Bulgarien ums Leben. Landesweit brannten mehr als 23.000 Hektar Wald und Kulturland nieder. Auf ein Hilfeersuchen an die EU, die NATO und Russland gebe es immer noch keine Antwort, bedauerte Regierungschef Sergej Stanischew, der die Brandgebiete am Freitag besuchte.

Tausende Rettungskräfte im Einsatz
7.000 Feuerwehrleute sowie 2.500 Soldaten, Häftlinge und Freiwillige kämpften weiter gegen das Feuer. In der südlichen Region Maglisch standen noch 3.000 Hektar Wald in Flammen. Die Polizei nahm eigenen Angaben zufolge 14 Personen fest, die die Brände im Auftrag von Holzspekulanten gelegt haben sollen. Eine Abholzungserlaubnis ist leichter zu bekommen, wenn Teile des Waldes abgebrannt sind.

Mazedonien: 30 verschiedene Waldbrände
Auch in Mazedonien brannte es unvermindert heftig, rund 30 verschiedene Waldbrände im ganzen Land wurden von der Feuerwehr bekämpft. Dabei kamen sechs aus Deutschland, Slowenien und der Türkei bereitgestellte Hubschrauber zum Einsatz. Flugzeuge aus Norwegen, der Türkei und Russland wurden erwartet.

Kanarische Inseln: Hunderte Hektar Wald verbrannt
Auf den Kanarischen Inseln verbrannten innerhalb von 24 Stunden Hunderte Hektar Wald. Auf La Gomera musste ein Dorf mit 60 Einwohnern evakuiert werden, am Samstag war der Brand aber unter Kontrolle. Auf Gran Canaria brannte der Wald auf einer Berghöhe im Zentrum der Insel. Drei Hubschrauber und 150 Feuerwehrleute waren hier im Einsatz, eine Sprecherin der Regionalbehörden versicherte jedoch, Menschen würden durch die Flammen nicht bedroht.

Leichte Entspannung in Griechenland
In Griechenland ging die Zahl der Brandherde deutlich zurück. Es brannte weiterhin in den Regionen Ioannina, Florina, Kosani und Pieria im Nordwesten des Landes. Rund 300 Feuerwehrleute sowie Armeeangehörige, rund 60 Löschfahrzeuge, vier Flugzeuge und vier Hubschrauber waren im Einsatz. Das große Feuer, das am Dienstag in Achaia im Westen des Peloponnes ausgebrochen war und rund hundert Häuser zerstörte, konnte nach Angaben der Einsatzkräfte zurückgedrängt werden. Drei ältere Menschen, die sich geweigert hatten, ihre Wohnorte zu verlassen, waren dort ums Leben gekommen.

Laut Presseberichten brannten seit Anfang Juni im ganzen Land 60.000 Hektar Wald ab. Nach einer starken Hitzewelle sanken die Temperaturen am Wochenende. In Athen wurden für Samstag 36 Grad erwartet, eine für Griechenland in dieser Jahreszeit normale Temperatur.(apa)