Fakten von

Verzweifelter Hilfsappell aus dem
Jemen: "Bitte dreht euch nicht um"

CARE-Nahostkoordinator: Millionen Menschen droht eine akute Hungersnot

Er steht im Schatten des Syrien-Konflikts und produziert auch keine Flüchtlingswellen nach Europa: Der Bürgerkrieg im Jemen. Entsprechend wenig gehört werden Aufrufe zur Hilfe und Konfliktlösung. Dabei ist die humanitäre Lage im Jemen verheerend, wie Care-Nothilfekoordinator Marten Mylius im APA-Gespräch berichtet. "Bitte dreht euch nicht um", zitierte er verzweifelte Aussagen seiner Kollegen.

Die Aussagen der CARE-Mitarbeiter im Jemen hätten ihn sehr beeindruckt, sagte der gerade von einem Besuch im Krisenland zurückgekehrte Helfer. "Wenn es eine Zeit gegeben hat, in der der Jemen die internationale Gemeinschaft gebraucht hat, ist es jetzt", gab Mylius die Aussagen jemenitischer CARE-Mitarbeiter wieder. "Die Lage in immer größeren Teilen des Landes ist verheerend", ergänzte der Berliner Helfer.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 17 Millionen Jemeniten drohe eine Hungersnot, sagte Mylius. Fast sieben Millionen Menschen brauchen schon jetzt Nahrungsmittelhilfe, drei Millionen sind akut unterernährt, darunter fast eine halbe Million Kinder. Nahrungsmittelhilfe allein helfe da nicht mehr, für die Unterernährten brauche es Spezialnahrung unter medizinischer Aufsicht. Schon jetzt steige die Mortalitätsrate im Land.