Verzicht auf Karriere im DFB-Team: Jung- Stürmer Harnik entscheidet sich für ÖFB!

Doppel-Staatsbürger will für Österreich spielen

Verzicht auf Karriere im DFB-Team: Jung- Stürmer Harnik entscheidet sich für ÖFB!

Martin Harnik hat im Rahmen der Fußball-U20-WM in Kanada eine Entscheidung getroffen, die dem ÖFB in Zukunft noch viel Freude bereiten könnte. Der deutsch-österreichische Doppel-Staatsbürger, Sohn eines Steirers und einer Deutschen, wird im österreichischen Nationalteam spielen und verzichtet damit auf eine mögliche Karriere in der DFB-Auswahl. "Ausschlaggebend war, dass ich mich beim ÖFB vom ersten Tag an wohl gefühlt habe. Es ist mir auch eine Herzensangelegenheit, denn ich bin dem ÖFB zu Dank verpflichtet", erklärte der Werder-Bremen-Kicker, der in Deutschland aufwuchs.

Bis zu seinem 21. Geburtstag am 10. Juni 2008 hätte Harnik, auf den DFB-U21-Teamchef Dieter Eilts schon aufmerksam geworden ist, aufgrund der FIFA-Regelungen noch die Möglichkeit, die Nationalteams zu wechseln. Darauf verzichtet er auch deswegen, weil er unter anderem durch die Einberufungen in diverse ÖFB-Nachwuchs-Auswahlen bei den Klubs Interesse weckte. Außerdem hätten sich die ÖFB-Verantwortlichen immer um ihn gekümmert, so erhielt er während seiner Verletzungspause im Frühjahr des Öfteren einen Anruf von Teamchef Josef Hickersberger.

Explosive Antritte
Im vergangenen Jänner erlitt Harnik bei einem Hallenturnier einen Mittelfußknochenbruch. Anstatt wie vorgesehen mit den Werder-Profis ins Winter-Trainingslager in die Türkei zu fliegen, dauerte es viereinhalb Monate, bis er wieder ein Pflichtspiel absolvieren konnte. "Ich bin dann aber gleich wieder gut reingekommen, auch wenn man gegen Kongo gemerkt hat, dass mir im körperlichen Bereich noch einiges fehlt." Bevor beim 1:1 gegen die Afrikaner seine Kräfte schwanden, war Harnik der überragende Mann auf dem Platz. Mit seinen explosiven Antritten sorgte der Offensivspieler immer wieder für Konfusion in der kongolesischen Abwehr, sein Gegenspieler wurde in der 41. Minute ausgetauscht.

"Typischer Deutscher"
Das Talent des 20-Jährigen war einst dem Austria-Nachwuchschef Ralph Muhr bei einem Hallen-Turnier aufgefallen. Als Muhr darüber informiert wurde, dass der Rohdiamant des Vereins SC Vier- und Marschlande im Besitz eines österreichischen Passes war, rief er sofort Paul Gludovatz an, der wiederum Harnik bei einem dessen Aufenthalte in der Heimat seines Vaters in Allerheiligen bei Wildon zu einem Training mit dem GAK-Amateuren einlud.

Der Nachwuchs-Teamchef beobachtete den "von der Art her typischen Deutschen" (Gludovatz) in diesen Einheiten und berief ihn prompt ins U17-Aufgebot für ein Länderspiel in Polen im August 2005. Harnik wurde in der 46. Minute eingewechselt, erzielte gleich ein Tor und brachte es seither auf 14 Einsätze für diverse ÖFB-Junioren-Teams (3 Tore).

Profi-Vertrag bei Werder
Doch nicht nur der ÖFB, auch deutsche Spitzenclubs wurden in dieser Zeit auf Harnik aufmerksam. Im Jänner 2006 ging er zu den Amateuren von Werder Bremen, erst vor wenigen Wochen erhielt er einen auf vier Jahre anberaumten Profi-Vertrag - einem baldigen Debüt in der deutschen Bundesliga steht also nichts mehr im Weg, zumal nach dem Abgang von Miroslav Klose ein Stürmer weniger im Werder-Kader steht. "Aber es wäre vermessen zu glauben, dass ich jetzt bessere Chancen habe. Werder wird sicher noch einen Angreifer aus dem Ärmel zaubern. Es liegt ohnehin nur an mir. Wenn ich meine Leistung bringe, werde ich meine Chance bekommen", betonte Harnik, der sich bei diesem Thema auch Rat von Ex-Werder-Star Andreas Herzog holte.

Ziel: EURO 2008
Der Jung-Kicker mit dem norddeutschen Zungenschlag will demnächst an zwei Fronten den endgültigen Durchbruch schaffen - bei Werder und im A-Team des ÖFB, und das möglichst noch vor der EURO 2008. "Ich möchte den ÖFB hier bei der U20-WM auf mich aufmerksam machen. Die EM wäre eine super Sache, aber ich wäre auch nicht enttäuscht, wenn es nicht klappt."

(apa/red)