Verzetnitsch "würde genauso handeln":
Ex-ÖGB-Chef ist sich keiner Fehler bewusst

BAWAG-Causa: Berechtigt zur Haftungserklärung

Verzetnitsch "würde genauso handeln":
Ex-ÖGB-Chef ist sich keiner Fehler bewusst

Der frühere ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hat bekräftigt, er würde heute genauso vorgehen wie zum Jahreswechsel 2000/2001, als er die geheime ÖGB-Garantie für die durch hohe Spekulationsverluste von Wolfgang Flöttl schwer angeschlagene BAWAG abgab. "Unter der Voraussetzung, dass jede öffentliche Debatte einen Run auf die Bank auslöst, würde ich genauso handeln", sagte Verzetnitsch im Interview mit der "ZiB2".

Seine damalige Entscheidung, eine Haftung des ÖGB für die gewerkschaftseigene Bank abzugeben, sei richtig gewesen und habe auch den ÖGB-Statuten entsprochen, erläuterte Verzetnitsch seine Zeugenaussage vom heutigen Mittwoch beim BAWAG-Prozess. Gemäß Paragraf 21 der ÖGB-Statuten könne der Präsident gemeinsam mit einem leitenden Sekretär verbindlich Rechtsgeschäfte abschließen, "das habe ich getan".

Zur Frage, wer nun für die Verluste der BAWAG verantwortlich sei, wollte sich Verzetnitsch nicht festlegen. Das müsse das Gericht beantworten, er selber hatte damals Schritte zu setzen, um das Vermögen des ÖGB zu wahren, "das ist, glaube ich, gelungen". Die Zusatzpensionen der ÖGB-Mitarbeiter seien während seiner Amtszeit in der Bilanz abgesichert gewesen, "die Vorgänge nach meinem Abgang kann ich nicht kommentieren", sagte der im März 2006 zurückgetretene und anschließend entlassene ÖGB-Präsident. Mit seinem Rücktritt habe er die politische Verantwortung übernommen, aber nicht die Managementverantwortung.

Verzetnitsch hatte bei seiner Zeugenaussage im BAWAG-Prozess seinen Nachfolger an der ÖGB-Spitze, Rudolf Hundstorfer, zitiert: Demnach habe Hundstorfer in der ÖGB-Sitzung im März 2006, als die Garantie für die BAWAG bekannt gegeben wurde, gesagt, "Wir brauchen ein Bauernopfer". Wen Hundstorfer damit gemeint habe, wisse er nicht, erläuterte Verzetnitsch im ORF-Interview. (apa/red)