Verwüstungen nach Unwetter in Österreich: Schwere Schäden durch Hagel und Sturm

200 bis 300 Keller in Niederösterreich überflutet Feuerwehrkräfte im Einsatz gegen Wassermassen

Verwüstungen nach Unwetter in Österreich: Schwere Schäden durch Hagel und Sturm © Bild: APA

Sturmspitzen bis zu 100 km/h und dazu strömender Regen - dieses Wetter hat während dem Spiel Deutschland gegen die Türkei für chaotische Zustände in Wien geführt. Die Fanzone musste unter Polizeischutz geräumt werden. In Niederösterreich wurden zahlreiche Keller überflutet und Landstraßen vermurt.

Die starken Böen und heftigen Regenfällen über Wien haben zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. "Die Gleichzeitigkeit ist das Problem", sagte ein Sprecher Alexander Markl. Rund 40 Fälle mussten die Kräfte zeitgleich bearbeiten. Nach den Sturmtiefs "Kyrill" und "Emma" sei man auf solche Aufgaben allerdings gut vorbereitet. Schwere Schäden wurden vorerst nicht gemeldet, hauptsächlich ging es um entwurzelte Bäume und umgestürzte Plakatwände.

Schwerpunkt Niederösterreich
Die Schwerpunkte der witterungsbedingten Einsätze der Feuerwehren in Niederösterreich lagen am Mittwochabend in den Bezirken St. Pölten, Melk, Korneuburg, Mistelbach und Mödling. Insbesondere waren Sturmschäden zu beseitigen. Der Höhepunkt schien in den späten Abendstunden jedoch bereits überschritten.

Nichts geht mehr in Wien
Die Wiener Linien meldeten nach dem Sturm zahlreiche Störungen. Die Straßenbahn-Linien O, 6, 18, 71, 10A, 26A und 63A waren in unregelmäßigen Intervallen unterwegs. Zum Teil konnten Tram-Garnituren und Busse wegen Ästen auf den Geleisen und der Fahrbahn nicht weiterkommen.

Die Linie U4 musste zwischen Hütteldorf und Meidling wegen Ästen auf den Geleisen eingestellt werden. Auf der restlichen Strecke bis Heiligenstadt verkehrten die Züge in regelmäßigen Abständen. Vom restlichen U-Bahnnetz wurden seitens der Wiener Linien keine Störungen gemeldet.

Niederösterreich: 1600 Mann im Einsatz
Die Feuerwehren in Niederösterreich waren im Großeinsatz. Nach Angaben von Thomas Neuhauser, Sprecher des Landeskommandos, standen rund 1.600 Mann im Einsatz. Etwa 125 Feuerwehren waren demnach am späten Abend ausgerückt.

Reihe schwerer Unwetter
Bereits Mittwochabend war es in weiten Teilen Österreichs zu teils heftigen Gewittern gekommen. Der Kremsfluss war über die Ufer getreten. 500 Feuerwehrleute standen zu diesem Zeitpunkt im Einsatz.

Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden haben heftige Unwetter in Teilen Kärntens schwere Schäden verursacht. Das Zentrum der von starkem Wind und Hagel begleiteten Niederschläge war der Bezirk St. Veit/Glan und dort besonders das Krappfeld und das Görtschitztal. Es mussten sogar Schneepflüge eingesetzt werden, um die Görtschitztal Bundesstraße von Geröll und Schlamm zu räumen.

In den Gemeinden Eberstein und Klein St. Paul wurden laut Polizei unzählige Keller überflutet. Mehrere Bäche traten über die Ufer und richteten Schäden an Gebäuden, Straßen, Wiesen und Feldern an. Wegen Hochwassers und Vermurungen mussten einige Straßen gesperrt werden. Während des Einsatzes der Schneepflüge durch die Straßenmeisterei war die Görtschitztal Bundesstraße am Abend rund zwei Stunden zwischen Wietersdorf und St. Walburgen für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Sperre der Saualm Landesstraße konnte um 22.30 Uhr aufgehoben werden. (apa/red)