Verurteilter Radstar: Amerikaner Floyd
Landis klagt das Anti-Doping-System an

31-Jähriger: "Kann jede Nacht gut schlafen"

Nach der offiziellen Aberkennung seines Tour-de-France-Sieges 2006 hat sich Radprofi Floyd Landis erstmals an seine Fans gewendet. "Ich kann jede Nacht gut schlafen, denn ich weiß, dass ich meinen Sieg bei der Tour mit fairen und anständigen Mitteln erzielt habe", erklärte Landis auf seiner Internetseite. Er und seine Anwälte hätten bewiesen, dass das Anti-Doping-System korrupt, ineffizient und unfair sei. Wegen Testosteron-Dopings hatte ihn ein Schiedsgericht für zwei Jahre gesperrt. Zudem wurde der 31-jährige Amerikaner aus der Siegerliste der Frankreich-Rundfahrt gestrichen.

Landis war vom Schiedsgericht der American Arbitration Association (AAA) mit 2:1-Stimmen schuldig gesprochen, bei der 17. Tour-Etappe 2006 mit Testosteron gedopt zu haben. Er selbst stritt sämtliche Vorwürfe ab und bezeichnete die Untersuchungsergebnisse als "schlampig": "Ich habe immer noch Hoffnung, dass das System geändert werden kann und geändert wird, so dass kein weiterer Athlet einen solchen Prozess durchmachen muss, nur weil ihm die Justiz eine klare Chance verweigert."

In seinem Schreiben bedankte sich Landis bei seinen Fans für die zahlreichen Spenden, die in seinen Floyd Fairness Found (FFF) geflossen seien und mit denen er einen Teil seiner Anwaltskosten von 1,5 Millionen Euro finanzieren will. Unklar bleibt hingegen, ob er gegen das AAA-Urteil Klage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne erhebt. Dies wäre seine letzte Chance, den Richterspruch sowie die Aberkennung seines Tour-Sieges anzufechten.

(apa/red)