Vertrauen in Parteichefs erreicht Tiefpunkt:
Österreicher zweifeln an Lösungskompetenz

Molterer und Faymann erleiden deutliche Einbußen Abgeschlagene Haider und Strache können aufholen

Vertrauen in Parteichefs erreicht Tiefpunkt:
Österreicher zweifeln an Lösungskompetenz © Bild: APA/Fohringer

Das Vertrauen der Österreicher in die Lösungskompetenz der Parteien ist kurz vor der Nationalratswahl insgesamt auf einem Rekordtief. Sowohl die Noch-Regierungspartner SPÖ und ÖVP als auch die Grünen haben seit 2006 deutlich an Vertrauen eingebüßt, FPÖ und BZÖ hingegen verzeichnen starke Zugewinne. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, deren Ergebnisse veröffentlicht worden sind.

IMAS hat von Ende August bis Mitte September Interviews mit 1.002 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durchgeführt. Dabei erklärten 41 Prozent, dass die zur Wahl antretenden Parteien nicht in der Lage seien, jene Probleme zu lösen, die den Wählern besonders stark unter den Nägeln brennen. Der Zweifel an der Kompetenz hat sich seit September 2006 um zehn Prozentpunkte verstärkt.

Ganz besonders groß ist das Misstrauen bei den Personen, die sich noch für keine Partei entschieden haben: 69 Prozent von ihnen gaben an, keiner Gruppierung die Lösung wichtiger Probleme zuzutrauen. Auch von den Anhänger der neuen fünf, bisher nicht im Parlament vertretenen bundesweiten Mitbewerber trauen 42 Prozent keiner Partei Rezepte für die Zukunft zu. Ihr Zweifel an der Kompetenz ist damit ungleich größer als bei den Anhängern der etablierten Gruppierungen.

SPÖ und ÖVP und auch die Grünen haben stark an Vertrauen verloren: Der Wert der Sozialdemokraten sank von 35 Prozent (September 2006) auf 22 Prozent, jener der Volkspartei von 34 auf 14 Prozent. Die Grünen fielen von 13 auf sieben Prozent zurück. Deutlich zugelegt haben dagegen die FPÖ von sechs auf 13 Prozent und das BZÖ von drei auf fünf Prozent.

(apa/red)