Vertrag läuft mit 31. Juli aus: Tauziehen zwischen Portugal und Brasilien um Scolari!

Brasilianer zählt zu den bestbezahltesten Teamchefs Portugal: Spieler und Fans plädieren für Erfolgscoach

Die Zukunft von Luiz Felipe Scolari als portugiesischer Teamchef ist noch nicht gesichert. Mit zunehmendem Erfolg steigt der Marktwert des Brasilianers, der vor vier Jahren mit seiner Heimat den WM-Titel gewonnen und noch kein WM-Spiel verloren hat. Der Kontrakt mit dem 57-Jährigen endet am 31. Juli 2006.

Meldungen portugiesischer Medien über eine Vertragsverlängerung bis zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz bestätigte der Präsident des portugiesischen Fußballverbandes (FPF) nicht. "Das ist eine Lüge. Das muss ich dementieren", sagte Gilberto Madail.

Freilich hat der Verbandschef dem Fußball-Lehrer ein Angebot unterbreitet, dem Scolari grundsätzlich nicht abgeneigt ist. Dennoch gefällt Portugals Coach in Zeiten des Erfolges das Werben um seine Person. "Mein Vertrag endet am 31. Juli. Was danach kommt, weiß ich nicht. Ich bin für alles offen", hatte Scolari wiederholt gesagt und ein Angebot des englischen Verbandes bestätigt, als Nachfolger von Sven-Göran Eriksson zu arbeiten. "Das ist eine große Ehre für mich", hatte der Coach gesagt. Aber eine Zusage während der WM sei aus seiner Sicht nicht möglich gewesen, solange er mit Portugal noch aussichtsreich im Turnier stehe.

Nach dem frühen WM-Aus Brasiliens wollen nun auch viele Experten aus Scolaris Heimatland den Weltmeister-Macher von 2002 zurück. Portugals Torhüter Ricardo plädierte daher dafür, dass "der beste Trainer der Welt" unbedingt gehalten werden müsse: "Brasilien will Scolari zurückhaben. Wir müssen alles dafür tun, dass er bei uns bleibt." Verband, Spieler und mittlerweile auch die meisten Fans wünschen sich, dass Scolari den Vize-Europameister von 2004 bis EM 2008 betreut.

"Wenn ich Roman Abramowitsch wäre, hätten wir den Vertrag längst perfekt gemacht", sagte Präsident Madail. Damit wird klar, dass eine Fortsetzung der Arbeit mit dem Erfolgscoach eine Frage des Geldes ist. Scolari soll ohnehin schon zu den bestbezahlten Teamchefs zählen. Portugiesische Medien schätzen das Gehalt des Brasilianers auf etwa 1,8 bis 2 Millionen Euro.

Je erfolgreicher Portugal die WM abschneidet, desto schwerer dürfte Scolari ein Abschied aus seiner Wahlheimat fallen. Prominente Fürsprecher wie Portugals Fußball-Legende Eusebio und der erfolgreichste portugiesische Vereinstrainer, Jose Mourinho vom FC Chelsea, sprachen sich ebenfalls für einen Verbleib des Trainers aus. "Es gibt nicht so viele Trainer, die solche Rekorde vorweisen und ein Team so motivieren können, dass es auf diesem Level spielt", lobte Mourinho seinen Kollegen.

Schließlich könnte Scolaris Ja-Wort auch Kapitän Luis Figo zum Weitermachen bewegen. Der 33-jährige Rekordteamspieler steht bei Inter Mailand noch ein Jahr unter Vertrag und präsentiert sich in Deutschland in bestechender Form. Figo kann sich ohnehin keinen anderen Nationaltrainer vorstellen: "Scolari ist der Beste, den wir je hatten". (apa/red)