Versicherungsbetrug in der Doping-Affäre?
Betroffene Athleten wehren sich mit Klage

Antwort auf Anzeige beim Bundeskriminalamt Veröffentlichte Namensliste wird scharf kritisiert

Versicherungsbetrug in der Doping-Affäre?
Betroffene Athleten wehren sich mit Klage

Heftige Reaktionen hat die angebliche Blutdoping- Affäre, in der das Österreichische Bundeskriminalamt (BK) nach einer anonymen Anzeige wegen Versicherungsbetrugs ermittelt, in der in- und ausländischen Sportszene hervorgerufen. Rechtsvertreter österreichischer Athleten aber auch der Deutsche Skiverband (DSV) haben wegen der Anzeige bereits eine Klage gegen Unbekannt ankündigte.

Anfang Jänner 2008 war bekanntgeworden, dass es aus mehreren Richtungen Anfragen bezüglich eines Wiener Labors, in dem systematisch Blutdoping betrieben worden sein soll, gibt. Bereits damals war von einer Liste mit rund 30 involvierten Sportlern die Rede gewesen. Der deutsche Fernsehsender ARD nannte damals schon Namen, musste sich später aber für eine Pauschalverurteilung entschuldigen.

Anonyme Anzeige beim BK
Nun erfolgte eine anonyme Anzeige beim Österreichischen Bundeskriminalamt (BK), die offensichtlich die gleiche Quelle als Ausgangslage hat und in der Sportlern auch "Versicherungsbetrug" unterstellt wird. Demnach sei das vorgeworfene Blutdoping über Privatversicherungen abgerechnet worden. Das BK hat den Eingang der anonymen Anzeige bestätigt und ermittelt derzeit im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren läuft.

In Österreich wurde vor allem die Veröffentlichung der in der Anzeige inkludierten Namensliste durch eine Tageszeitung scharf verurteilt. "In jedem Beruf gibt es einen Ehrenkodex. So müssen etwa Ärzte den hippokratischen Eid leisten. Doch in diesem Fall scheint die journalistische Sorgfaltspflicht misshandelt worden zu sein", meinte Hans Gloggnitzer, Präsident des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV).

"Mordsmäßige Sauerei"
Ähnlich fiel der Kommentar von Paul Schauer, Präsident des Österreichischen Schwimm-Verbandes (OSV), aus. "In diesem Fall gilt für mich nicht einmal die Unschuldsvermutung, denn dieses Wort finde ich unpassend, weil es ja gleichzeitig Schuld impliziert. Deshalb sage ich ganz offen: Für die genannte Person lege ich meine Hand ins Feuer, die hat mit dieser ganzen Sache nichts zu tun. Das Ganze ist eine mordsmäßige Sauerei", betonte Schauer.

In diesem Zusammenhang kündigte der OSV-Chef an, betroffene Athleten in dieser Causa mit Rechtshilfe bzw. Rechtsberatung zu unterstützen. (apa/red)