Verseuchtes Fleisch und falsche Tests

Nina Strasser über "Geständnisse" der Dopingsünder

Verseuchtes Fleisch und falsche Tests © Bild: NEWS/Ricardo Herrgott

Als Bernhard Kohl 2008 öffentlich gestand, gedopt zu haben, löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Ganz Österreich hatte mitgefiebert, als er sich bei der Tour de France auf den dritten Gesamtrang quälte. Dem ersten Paukenschlag folgten weitere. Aus der anfangs beteuerten Verzweiflungstat wurde systematisches Doping. Er ließ Beteiligte auffliegen. Sein Ruf war zerstört. Für immer. Vielleicht wäre es taktisch klüger gewesen, bis zum Ende eine Dopingabsicht zu bestreiten? So wie
aktuell Alberto Contador. Der dreimalige Tour-de-France-Sieger führt seinen positiven Test auf ein „kontaminiertes“ Schnitzel zurück, das er am Tag vor der Kontrolle gegessen hat. Unvergessen auch das Argument des Langstreckenolympiasiegers Dieter Baumann: Ihm sei Verbotenes in seine Zahnpasta injiziert worden. In Österreich sehr populär waren Beteuerungen, man habe unglücklicherweise „verunreinigte“ Nahrungsergänzungsmittel konsumiert (Elmar Lichtenegger, Hans Knauß). Oder die Doping-Testmethoden selbst seien falsch (Susanne Pumper). Doch wem wäre zu raten, zumindest rückwirkend ehrlich zu sein und damit den Kampf gegen Doping aktiv zu unterstützen? Bernhard Kohl wurde dafür verdammt.