Verschenkung einer Kirche an Orthodoxe:
Gemeinde wehrt sich gegen Schönborn-Plan

Wien: Neulerchenfelder Kirche soll katholisch bleiben Auch eine polnische Gemeinde hält dort Messen ab

Verschenkung einer Kirche an Orthodoxe:
Gemeinde wehrt sich gegen Schönborn-Plan © Bild: APA/Neubauer

Der Streit um die Übergabe der Neulerchenfelder Kirche in Wien-Ottakring an die serbisch-orthodoxe Gemeinde geht in die nächste Runde: Jene katholischen Aktivisten, die das Gotteshaus weiter benutzen wollen, werden heute am Stephansplatz eine Demonstration veranstalten. Mittels Plakaten, Transparenten und dem Gesang kirchlicher Lieder wollen sie ihrer Forderung Ausdruck verleihen, dass die Neulerchenfelder Kirche auch weiterhin katholisch bleibt.

Veranstaltet wird die Demonstration vom Neulerchenfelder Pfarrgemeinderat und der polnischen Gemeinde. "Wir möchten, dass Kardinal Schönborn einsieht, dass es nicht richtig ist, diese Kirche zu verschenken", betonte eine der Organisatorinnen am Freitag gegenüber der APA: "Sie ist jeden Sonntag sehr voll." Die Veranstalter hoffen, dass die Demonstranten morgen zahlreich erscheinen werden: "100 bis 200 wären schön."

Die Erzdiözese will 2011 die Neulerchenfelder Kirche an die serbisch-orthodoxe Gemeinde übergeben. Als Grund für die Maßnahme nannte sie zum einen die gesunkenen Katholikenzahlen, aber auch den starken Zuzug von orthodoxen Christen nach Wien. Das an die Kirche angeschlossene Pfarrzentrum soll den Katholiken allerdings erhalten bleiben. Betroffen von den Plänen der Erzdiözese ist nicht nur die österreichische Gemeinde, sondern auch die polnische, die bis dato in der Neulerchenfelder Kirche Messen in ihrer Muttersprache abhielt.

Mit Nachbargemeinde vereinigen
Die katholische Pfarrgemeinde Neulerchenfeld soll allerdings nicht aufgelöst, sondern mit der Nachbargemeinde Maria Namen vereinigt werden. Damit sind die Pfarr-Aktivisten aber nicht zufrieden: Maria Namen sei viel zu klein für die bis zu 800 Gläubigen, die jeden Sonntag das Gotteshaus aufsuchen.

Die serbisch-orthodoxe Kirche wollte keine Stellungnahme zum Konflikt um die Neulerchenfelder Kirche abgeben. Ein Sprecher verwies gegenüber der APA auf eine Pressekonferenz, die bald stattfinden solle. Er betonte jedenfalls, dass die Gemeinde das Gotteshaus "natürlich" wolle: "Das ist eine klare Sache."

(apa/red)