Verpatzter Saisonstart: Ferrari will vor
Heim-GP von Krise allerdings nichts wissen

Schumacher glaubt vor Imola-Rennen an Potenzial Weiterhin Spekulationen über Schumis F1-Zukunft

Von einer Krise will man bei Ferrari vor dem Heim-Grand-Prix am Wochenende in Imola nichts wissen. Platz zwei im Auftakt-Rennen in Bahrain durch Rekordweltmeister Michael Schumacher folgten die Plätze fünf und sechs durch Felipe Massa bzw. Schumacher in Malaysia sowie ein Doppelausfall in Australien. "Wir stehen weit besser da, als es nach außen hin den Anschein hat", erklärte Schumacher.

Der bisher letzte Ferrari-Sieg datiert - ausgenommen dem Farce-Rennen von Indianapolis im Vorjahr - vom 10. Oktober 2004 in Suzuka, als Schumacher mit seinem 13. Saisonsieg einen Formel-1-Rekord markiert hatte. Warum es ausgerechnet im Ferrari-Autodrom von Imola wieder klappen soll? Die Scuderia testete in Vallelunga und in Barcelona zuletzt noch intensiver als große Teile der Konkurrenz am aerodynamischen Konzept und der Radaufhängung des neuen F248 F1-Boliden.

Denn der Europa-Auftakt könnte sich für Schumacher, dem bereits 17 WM-Punkte auf den zweifachen Saisonsieger und WM-Leader Fernando Alonso aus Spanien fehlen, bereits als Schicksalsrennen für seine Hoffnungen auf einen achten Weltmeistertitel entpuppen. "Das, was wir in Bahrain gesehen haben, war unser echtes Potenzial", meinte der Deutsche. "Ich glaube daran, dass wir in dieser Saison wieder ganz an die Spitze kommen."

Von der Konkurrenzfähigkeit will Schumacher auch seinen weiteren Karriereverlauf vorrangig abhängig machen. Sein Ferrari-Vertrag läuft mit Saisonende aus, der Rekordchampion hat angekündigt, erst im Sommer weitere Schritte zu setzen. "Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass ich bei der Farbe Rot bleibe." Schumacher erteilte den Bemühungen von Renault-Teamchef Flavio Briatore, seinen ehemaligen Benetton Schützling an Stelle des zu McLaren-Mercedes abwandernden Weltmeisters Alonso zurückzuholen, damit vorerst eine Absage.

Räikkönen-Transfer in Imola offiziell?
Vom Tisch ist das Gerücht damit freilich ebenso wenig wie jenes, das Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen mit Ferrari in Verbindung bringt. Laut Angaben mehrerer internationaler Medien hat der Finne bereits im Vorjahr einen Vorvertrag bei den Italienern unterschrieben, der im Rahmen des Heim-Rennens in Imola offiziell gemacht werden soll. Ein weiterer Kandidat ist Motorrad-Superstar Valentino Rossi, der in der Saisonpause intensiver denn je im Ferrari getestet hatte.

Räikkönens Vertrag bei McLaren-Mercedes endet ebenso nach der laufenden Saison wie jener seines Teamkollegen Juan Pablo Montoya (COL), der immer wieder mit Red Bull Racing in Verbindung gebracht wird. "Schumacher, Räikkönen und Alonso sind derzeit nicht zu haben", begründete Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz und verlieh den Spekulationen um einen Räikkönen-Wechsel zu Ferrari damit neue Nahrung. Mateschitz wird am Samstag in der Emilia Romagna erwartet.

(apa/red)