Verkehrsschilder werden "weiblich": Neue
Tafeln sollen speziell Frauen ansprechen!

Auch Wien soll demnächst dem Linzer Vorbild folgen Laut StvÖ aber nur bei Zusatzschildern erlaubt

Neue Zusatztafeln auf Linzer Verkehrsschildern sollen speziell die weibliche Bevölkerung ansprechen: Das so genannte Binnen-I hat ins Straßenbild der oberösterreichischen Landeshauptstadt Einzug gehalten. Auch Wien will jetzt dem Linzer Vorbild folgen.

Auf Initiative des Linzer Verkehrsstadtrats Himmelbauer (G) wurden die Tafeln in der neuen Schreibweise angebracht: Statt beispielsweise "ausgenommen Radfahrer" ist jetzt auf den Verkehrsschildern "ausgenommen RadfahrerInnen" zu lesen. Das berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Linz nehme damit eine Vorreiterrolle in Österreich ein, wird Himmelbauer zitiert. Dass die Gesellschaft nicht nur aus Männern, sondern auch aus Frauen bestehe, müsse auch auf der Straße kundgetan werden.

Gleichgestellte Verkehrstafeln: Nur bei Zusatzschildern erlaubt
Geschlechtsneutrale Formulierungen auf Verkehrszeichen, wie sie die zuständigen Stadträte von Linz und Wien einführen wollen bzw. schon eingeführt haben, sind wegen der Rechtslage nur auf Zusatzschildern erlaubt, erklärte die ARBÖ-Rechtsexpertin Barbara Auracher-Jäger am Dienstag im Gespräch mit der APA. Für alle in der Straßenverkehrsordnung festgelegten "Haupt"-Schilder, etwa Hinweistafeln auf Fußgängerübergänge, sei eine Gesetzesänderung nötig.

Ungleiche Darstellung der Geschlechter
Dabei lauern vor allem hier ungleiche Darstellungen der Geschlechter: Auf der Hinweistafel zur Kennzeichnung eines Schutzweges schreitet ein Mann mit Hut über den Zebrastreifen, auf jener für eine Radfahrerüberfahrt ist eindeutig ein Herrenfahrrad mit Querstange im Einsatz, erklärte die Juristin. Auch sonst finden sich weibliche Figuren nur in Form von kleinen Mädchen, wie etwa beim Gefahrenzeichen für Kinder.

Nur "Fußgängerzone ist neutral"
Einzig das Hinweiszeichen "Fußgängerzone" schließt auf dem Piktogramm beide Geschlechter mit ein. Darauf sind ein stehender Mann und eine stehende Frau zu sehen: "Das zeigt sie offenbar beim Einkaufen", schmunzelte Auracher-Jäger.

Die Änderung dieser Verkehrszeichen auf geschlechtsneutrale Darstellungen wäre sowohl ein legistischer als auch finanzieller Großaufwand, ist sie überzeugt: "Schließlich müsste man alle Verkehrsschilder austauschen." (apa7red)