Verkehrschaos soll bei der EM ausbleiben:
EM-Generalprobe ging gründlich daneben

Heftige Kritik der Opposition an der Rathaus-SPÖ Verkehrsexperten geben für EURO Entwarnung

Verkehrschaos soll bei der EM ausbleiben:
EM-Generalprobe ging gründlich daneben © Bild: APA/Oczeret

Erhebliche Staus und ein Unfall auf der Tangente haben beim Länderspiel Österreich gegen Deutschland den Verkehr rund um das Wiener Ernst-Happel-Stadion zeitweise völlig zum Erliegen gebracht. Auch die Wiener Linien waren mit ihren Kapazitäten am Limit. Kritik am Verkehrskonzept kam von ÖVP, Grüne, FPÖ und BZÖ, lediglich die SPÖ sprach von einer "destruktiven Panikmache". Verkehrspolizei und Autofahrerclubs beschwichtigten: Mit der Echtsituation sei das nicht vergleichbar.

Dass ein derartiges Chaos bei der EURO an den Spieltagen "täglich" blühen könnte, glauben Verkehrsexperten dennoch nicht. "Wenn sich die Zufahrt auf so kurze Zeit konzentriert, nützt das beste Konzept nichts", sagte Revierinspektor Michael Takacs von der Landesverkehrsabteilung zur APA. Auch die Autofahrerclubs relativierten.

Bei der Europameisterschaft herrschen andere Bedingungen. "Es sind viele Maßnahmen geplant, die den Verkehr entlasten werden", hieß es beim ARBÖ. Durch die Ringsperre werden viele ohnehin nicht fahren und das große Plus im Vergleich zu gestern sei, dass nur Busse zum Stadion hineinfahren dürfen. Pkw sollen auf Parkplätze umgeleitet und die Besucher mit Shuttlediensten zum Stadion gebracht werden. Ein gemeinsames Verkehrskonzept von Ö3 Verkehrsredaktion, ARBÖ, ÖAMTC und Exekutive werde gerade erarbeitet.

Auch beim ÖAMTC gab man Entwarnung. "Man kann das gestrige Chaos mit der Echtsituation nicht vergleichen", sagte Verkehrsexperte Christian Dachs. Das Konzept sei grundsätzlich in Ordnung, die gestrige Situation habe keine Aussagekraft.

Unfall machte Situation prekär
Dass selbst die Polizei im Stau steckte und Schwierigkeiten hatte, rasch am Ort des Geschehens zu sein, sei laut Takacs ebenfalls nicht weiter tragisch gewesen: "Gerade bei der EURO sind viele motorisierte Kräfte im Einsatz, die problemlos rasch vorwärtskommen." Das Problem sei vor allem der Unfall gewesen, gegen so etwas könne man aber nichts machen. Auch die Fußgänger, die die Straßen "verstopften", waren nur schwer zu kontrollieren.

Als gelungene Generalprobe für die EURO werden Verkehrsteilnehmer die gestrige Situation wohl dennoch nicht bewerten. Von der Politik kam massive Kritik. Die ÖVP sprach von Pleiten, Pech und Pannen bei den Wiener Linien, die Grünen forderten eine verbesserte Verkehrsorganisation, die FPÖ nannte es eine "katastrophale Leistung" und das BZÖ verlangte einen Krisengipfel. Lediglich die SPÖ meinte, die Wiener Linien hätten alles im Griff gehabt.

Öffis am Limit
Als Generalprobe für die EURO könne man die gestrige Situation auch nicht sehen, hieß es bei den Wiener Linien. Dass die öffentlichen Verkehrsmittel heillos überfordert waren, wollte man so nicht stehen lassen. "Wir waren bei der Anreise am Limit, haben den Ansturm aber bewältigt. Auch die Abreise ist gelaufen wie bei unzähligen Veranstaltungen im Ernst-Happel-Stadion zuvor", sagte Johannes Ehrengruber von den Wiener Linien zur APA.

Die neue U-Bahn-Station, die ab Mai direkt vor dem Stadion zur Verfügung stehen soll, wird eine weitere Ausweichmöglichkeit bieten. Im Vergleich zu einer Straßenbahn, in der 170 Personen Platz finden, fasst eine U-Bahn 900 Menschen. Das ist eine andere Liga in der Transportleistung, so die Wiener Linien.

(apa/red)

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