Verhütung in Österreich

Oft, aber nicht clever

Verhütungsreport: Österreicher verhüten oft, aber wenig effektiv

Verhütung von Pille bis Kondom © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Verhütung ist für die große Mehrheit der Österreicher (77 Prozent) beim Thema Sex ganz selbstverständlich. Bei der Wahl der Methode ist die subjektive Einschätzung im Hinblick auf die Wirksamkeit aber häufig falsch: Oft werden mittelmäßig bis wenig wirksame Methoden fälschlicherweise als wirksam eingeschätzt. Das geht aus dem vom Wiener Gynmed Ambulatorium präsentierten Verhütungsreport 2012 hervor.

"Es ist überraschend, wie wenig die wirklich wirksamen Methoden angewandt werden", kommentierte Gynäkologe Christian Fiala die Ergebnisse. Die Pille (54 Prozent) und das Kondom (58 Prozent) sind nach wie vor die Verhüttungsmittel erster Wahl, wobei das als "mäßig wirksam" eingestufte Kondom an erster Stelle steht. Dahinter rangiert die "wirksame" Pille. Deutlich seltener werden aber Verhütungsmethoden angewandt, die als "sehr wirksam" gelten, wie etwa die Hormonspirale, die 3-Monatsspritze, die Kupferspirale oder das Implantat.

Mittelmäßige und wenig wirksame Methoden kommen fast genauso oft zur Anwendung wie die wirksamen bzw. sehr wirksamen. "Aufpassen"/Coitus interruptus findet bei elf Prozent anklang, Tage zählen bei neun Prozent der Befragten und Selbstbeobachtung bei acht Prozent.

Fast ein Viertel (23 Prozent) der befragten Männer und Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren gab an, nicht zu verhüten. Die Gründe: kein Sex (neun Prozent), unfruchtbar (fünf Prozent), bereits im Wechsel (drei Prozent), Kinderwunsch (3,5 Prozent) und jeweils rund ein Prozent nannte gleichgeschlechtlichen Sex, Schwangerschaft oder Stillen.

Zwölf Prozent der befragten Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren waren bereits einmal ungewollt schwanger, drei Prozent schon mehrmals. Am häufigsten verhüten die Wiener (83 Prozent) und Salzburger (82 Prozent), am wenigsten die Vorarlberger (69 Prozent) und die Burgenländer (67 Prozent). Dazwischen liegen die Bundesländer Kärnten (79 Prozent), Niederösterreich (77 Prozent), Steiermark (76 Prozent), Oberösterreich (73 Prozent) und Tirol (70 Prozent).

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