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Spermafluss per
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Neuartige Verhütungsmethode für den Mann - Kleines Gerät in Hodensack implantiert

Ein Mann wirft einen Blick in seine Unterhose © Bild: Shutterstock

Von der "Pille für den Mann" ist ja schon lange die Rede. Diese Methode zur Empfängnisverhütung scheint uns aber komplett neuartig. Mittels eines kleinen, in den Hodensack implantierten Geräts kann der Spermafluss des Mannes gesteuert und so eine unerwünschte Schwangerschaft unterbunden werden. Wir erklären, wie es geht.

Erfunden hat das Gerät der Deutsche Clemens Bimek. Dementsprechend trägt die Technologie den Namen "Bimek SLV". Der Apparat in der Größe eines Gummibärchens stoppt den Fluss des Spermas durch den Samenleiter, sobald man einen mechanischen Schalter umlegt. Für die Zeit der Anwendung ist der Mann folglich steril. Das Gerät soll ein Leben lang getragen, aber auch jederzeit wieder entfernt werden können.

Das Gerät wird unter die Haut des Hodensacks gesetzt. Wobei gilt: Ein Gerät pro Samenleiter. Dort kann es dann aus- und eingeschalten werden. Wie aber genau verläuft die Implantation? Auf der Homepage von Bimek SLV heißt es: "Für den ambulanten Eingriff ist lediglich eine örtliche Betäubung des Hodensacks notwendig. Es folgt ein kleiner öffnender Einschnitt am Hodensack mit dem Elektroskalpell. Die Samenleiter werden herausgeholt und durchtrennt. Im Anschluss führt der Arzt eine Art Schlauchtülle in die beiden entstandenen Öffnungen des Samenleiters ein."

Und weiter: "Er verbindet die Ventilkörper mit den beiden vorbereiteten Samenleiterenden und führt die Samenleiter zurück in den Hoden. Die Öffnung der inneren Hautschicht wird mit resorbierenden Fäden geschlossen, die äußere mit dem Haut-Sekundenkleber Dermabond." Der Eingriff dauert insgesamt 30 Minuten. Das Risiko von Nebenwirkungen oder Schädigungen soll dem einer Vasektomie, also dem Durchtrennen der Samenleiter, entsprechen und ist dem Anbieter zufolge "extrem gering". Einzig auf Sex muss eine Woche nach der Implantation verzichtet werden.

Seit fünf Jahren testet Bimek Prototypen des Geräts. Bevor es auf den Markt kommen kann, müssen klinische Tests folgen. In dem Video wird nebst Investoren auch um Männer, die sich der Implantation unterziehen wollen, geworben.

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