Verheerendes Attentat in Pakistan: 57 Menschen bei Bombenanschlag getötet

80 weitere Personen bei Attentat in Karachi verletzt Massenpanik bei Fest zu Geburt Mohammeds

Bei einem verheerenden Bombenanschlag auf eine islamische Feier sind in der pakistanischen Hafenstadt Karachi sind 57 Menschen getötet worden. Das hätten Zählungen der Krankenhäuser und der Polizei ergeben, sagte ein Sprecher der Regierung der Provinz Sindh. Rund 80 weitere Teilnehmer der sunnitischen Feier zum Geburtstag des Propheten Mohammed (Eid Milad-un Nabi) seien verletzt worden. Zahlreiche Menschen wurden mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Unter den Opfern des Anschlags war auch der Vizechef der moderaten Sunnitenpartei Sunni Tehrik, die die religiöse Veranstaltung organisiert hatte, wie Parteifunktionäre bekanntgaben. Nach Angaben des Sprechers der Provinzregierung gehen die Behörden mittlerweile von einem Selbstmordanschlag aus, weil zwei Köpfe ohne Körper gefunden worden seien. "Wir prüfen die Möglichkeit, dass es einen oder zwei Selbstmordattentäter gab."

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf und Regierungschef Shaukat Aziz verurteilten den Anschlag. Sie ordneten die Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen vor Moscheen an. Es handele sich um einen Destabilisierungsversuch "von anti-staatlichen und anti-islamischen Elementen", sagte Informationsminister Sheikh Rashid.

Die Explosion habe sich unter der Bühne ereignet, auf der Prediger zu der Menge von mehreren tausend Moslems sprachen, meldete der TV- Sender. Die Explosion löste eine Massenpanik unter den etwa 50.000 im Nishtar-Park im Zentrum der Stadt versammelten Gläubigen aus. Dutzende Rettungswagen eilten zum Ort des Anschlags, um Verletzte und Leichname abzutransportieren.

Unter den Toten sind zwei prominente sunnitische Geistliche, Sheik Hanif Billu und Akram Quadri. Die Versammlung wurde von der sunnitischen Organisation Tehrik organisiert. Die Behörden hätten Ermittlungen zu den Tätern aufgenommen, sagte Sadiqui.

Nach der Explosion im Nishtar-Park stieg eine dichte Rauchwolke auf. Männer mit blutbefleckten Kleidern drängten auf die Bühne, um Verletzten beizustehen. Polizisten schossen in die Luft, um die Menschenmenge zurückzudrängen. Aufgebrachte Versammlungsteilnehmer setzten nach Berichten von Augenzeugen Autos in Brand und bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen.

Die Sicherheitskräfte konnten zunächst nicht sagen, ob sich der Anschlag direkt gegen Geistliche der sunnitischen Bevölkerungsgruppe richtete. In Pakistan kommt es immer wieder zu Gewalttaten zwischen Sunniten und Schiiten; seit Anfang der 90er Jahre wurden dabei mehr als 4.000 Menschen getötet. 90 Prozent der Pakistaner sind Sunniten, fünf bis zehn Prozent Schiiten.

Im Februar waren in der Stadt Hangu bei einem Selbstmordanschlag gegen eine schiitische Prozession mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen.

(apa/red)