Verhandlungen sinnlos? Rafsanjani lehnt Stopp der Uran-Anreicherung erneut ab

Solana trifft sich erneut zu Gespräch mit Larijani

Der ehemalige iranische Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani hat die Forderung des Westens nach einer Einstellung der Urananreicherung erneut abgelehnt. Verhandlungen mit dem Westen über das Atomprogramm des Iran hätten keinen Sinn, wenn das eigentliche Thema, die Urananreicherung, von vornherein abgelehnt werde, sagte Rafsanjani.

Er warf den USA vor, den Streit um das iranische Atomprogramm als "Vorwand" zu nutzen, um eine Krise heraufzubeschwören. Der iranische Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad hatte sich auf einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen in New York allerdings unter "fairen und gerechten Bedingungen" zu weiteren Gesprächen über einen Stopp der umstrittenen Urananreicherung bereit erklärt.

Die Äußerungen des Staatschefs waren die bisher deutlichsten Äußerungen der iranischen Führung über ein mögliches Einlenken beim Thema Urananreicherung. Ahmadinejad war im vergangenen Jahr aus einer Stichwahl um die Präsidentschaft gegen Rafsanjani als Sieger hervorgegangen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte Teheran ohne Erfolg aufgefordert, sein Uranareicherungsprogramm bis zum 31. August auslaufen zu lassen. Die EU setzt jedoch auf weitere Verhandlungen mit Teheran; ihr EU-Außenbeauftragter Javier Solana soll sich kommende Woche in einer europäischen Hauptstadt mit dem iranischen Unterhändler Ali Larijani zu neuen Gesprächen treffen. (apa)