Verhandlung Red Bull gegen Jara erneut vertagt: Zeugenaussagen sorgen für Staunen

Gercaliu unterschrieb Vollmacht ohne sie zu lesen Richter spricht gar von "Schlaraffenland Salzburg"

Robert Hochstaffl, der von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz ab Juni 2005 Stadionverbot bekam, erhielt von dessen Mitarbeitern weiterhin eine Dauerparkkarte und eine VIP-Karte für die Spielsaison 2005/06. Auf großes Interesse stießen die Aussagen von Gercaliu, der immer noch bei Red Bull unter Vertrag steht.

Bei der Vollmacht, die er im Beisein von Hochstaffl und dem Grazer Spielervermittler Josko Rocov unterzeichnet habe, hätte er geglaubt, es handle sich um einen Werbevertrag. "Dann haben Sie das nicht ansatzweise gelesen. Aus dieser Urkunde ergibt sich, dass sie von ihrem Manager Hagmayr nicht mehr vertreten werden", staunte Richter Gruber. "Um ins Schlaraffenland nach Salzburg zu kommen, hätten sie ja alles unterschrieben, sogar ihr Todesurteil", wetterte der Richter.

Hochstaffl habe zu ihm gesagt, dass Jara keinen guten Kontakt zu Max Hagmayr habe und deshalb nicht mit ihm zusammenarbeiten möchte, erläuterte Gercaliu. Ob er zum Wechsel zu Hochstaffl genötigt worden sei? "Die Rede war nie davon, dass ich ihn als Spielervermittler nehme", antwortete der Fußballer.

Bei den Transfers von Kirchler, Jezek und Mayrleb von Pasching nach Salzburg habe er ebenfalls die Arbeitsverträge ausverhandelt, erläuterte Hochstaffl. Von Kirchler hatte er die Vollmacht, bei den anderen wurde er von Pasching-Präsident Franz Grad beauftragt, herauszufinden, was Sache sei. Dafür habe er ein Honorar in der Höhe von 50.000 Euro Brutto bekommen. (apa/red)