Verhaltensforschung von

Gähnen aus Mitgefühl

Hunde lassen sich aus Empathie vom Gähnen ihrer Bezugspersonen anstecken

Gähnen ist ansteckend - auch von Mensch zu Hund © Bild: Thinkstock/Hemera

Wie das Herrl, so's G'scherrl: Gähnen ist nicht nur zwischen Menschen ansteckend, sondern auch vom Mensch zum Hund. Forscher in Tokio haben nun die Gründe dafür untersucht.

Hunde gähnen aus Müdigkeit, Unsicherheit, oder um zu beschwichtigen. Sie lassen sich aber auch vom menschlichen Gähnen anstecken. Die Gründe dafür haben nun Forscher der Universität Tokio untersucht.

In der Studie beobachteten 25 Hunde ihre Besitzern und fremde Personen zunächst beim lautstarken Gähnen und dann beim lautlosen Öffnen des Mundes. Die Vierbeiner ließen sich deutlich öfter vom echten Gähnen anstecken, als von einem kontrollierten Mundöffnen. Die Beziehung zwischen Herrl und G'scherrl spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Gähnen fremder Menschen ahmen die Vierbeiner weniger häufig nach. Die Forscher vermuten daher, dass es sich um eine mitfühlende Reaktion der Hunde handelt.

Das Mitgähnen von Hunden wurde bisher oft als Stressreaktion interpretiert. Bei den Untersuchungen wurde der Herzschlag der Tiere beim Beobachten des Gähnens und des Mundöffnens gemessen. Da es hier kaum Unterschiede gab, gehen die Forscher davon aus, dass das ansteckende Gähnen nicht stressbedingt ist.

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