Verhafteter Radprofi K. frei: Entscheidung
über Walter Mayers U-Haft ist noch offen

Entscheidung fällt bis spätestens Donnerstagnacht Plus: Darabos setzt auf koordinierte Zusammenarbeit

Verhafteter Radprofi K. frei: Entscheidung
über Walter Mayers U-Haft ist noch offen © Bild: APA/Gindl

Walter Mayer befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Bis Dienstagabend musste der festgenommene Ex-ÖSV-Trainer, dem die Weitergabe von Dopingmitteln vorgeworfen wird, in Wien dem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser hat danach 48 Stunden Zeit, eine mögliche U-Haft zu verhängen. Der 32-jährige Radprofi K., dem ebenfalls die Verbreitung verbotener Substanzen vorgeworfen wird, wurde gegen Gelöbnis aus der U-Haft entlassen.

Mayer war am im Haus seiner Lebensgefährtin, der Marathon-Olympia-Teilnehmerin Eva-Maria Gradwohl, in der Steiermark festgenommen worden. Jener Apotheker aus Wien, von dem Mayer EPO bezogen haben soll, war schon am Wochenende in U-Haft genommen worden.

Ein weiterer Kunde des Pharmazeuten, der Radprofi K., befindet sich hingegen nach elftägiger U-Haft wieder auf freiem Fuß. Ihm wird die Weitergabe von Dopingmitteln vorgeworfen, die Ermittlungen laufen trotz Freilassung. Christian Gneist, Sprecher des Wiener Landesgerichts, teilte mit, die zuständige Richterin habe entschieden, den 32-Jährigen gegen Gelöbnis auf freien Fuß zu setzen.

Keine Verdunkelungsgefahr
K. musste sich verpflichten, das laufende Verfahren nicht zu vereiteln bzw. keine weiteren Taten zu begehen. Fluchtgefahr sei nicht gegeben gewesen. Laut Gerhard Jarosch, dem Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, bestand auch keine Verdunkelungsgefahr mehr, da alle Abnehmer des Radprofis bereits befragt worden seien.

Zu weiteren Verdächtigen gab die Staatsanwaltschaft keine Auskunft. Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA Austria) darf nicht auf Hilfe der Staatsanwaltschaft hoffen. Die NADA bekomme keine Informationen über bei den Befragungen genannte Namen, dies sei gesetzlich so vorgesehen, betonte Jarosch. Der Grund: Es handle sich bei der NADA um eine private Organisation. Dem Apotheker aus Wien drohen neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch Sanktionen der Apothekerkammer.

Politische Tragweite
Der Kampf gegen Doping in Österreich ist auch der Politik ein großes Anliegen. Am Montag tagt erstmals die von Sportminister Norbert Darabos ins Leben gerufene interministerielle Arbeitsgruppe "Anti-Doping" mit Vertretern aus den Ministerien Sport, Justiz, Inneres und Gesundheit. Das Ziel ist eine bestmögliche Vernetzung und koordinierte Zusammenarbeit im Kampf gegen die Doping-Kriminalität.

Darabos' Forderung nach strafrechtlichen Konsequenzen für dopende Sportler trifft jedoch weiterhin auf den Widerspruch der Sportsprecher der anderen Parteien und auch seines SP-Parteikollegen Peter Wittmann, dem Präsidenten der Bundes-Sportorganisation. Dies wird ein Diskussionspunkt im neuen Anti-Doping-Unterausschuss im Parlament am 15. April sein.

"Wir brauchen noch mehr Möglichkeiten, um die Doping-Netzwerke in unserem Land ein für alle Mal zu zerschlagen. Ich stelle mich mit meiner Forderung klar hinter die vielen sauberen, ehrlichen Athleten in Österreich", erklärte Darabos.

(apa/red)