Vergiftungs-Affäre Litwinenko: 116
Menschen waren Polonium 210 ausgesetzt

Gesundheitsrisiko ist jedoch offenbar gering

In der Affäre Litwinenko sind nach offiziellen Angaben 116 Menschen der radioaktiven Substanz Polonium 210 ausgesetzt gewesen. Dies teilte der Chef der britischen Gesundheitsbehörde HPA, Pat Troop, mit. Insgesamt sei der Urin von fast 600 Menschen untersucht worden, die gefürchtet hatten, in irgendeiner Form mit Polonium 210 in Kontakt gekommen worden zu sein. Dabei handelte es sich unter anderem um Besucher und Angestellte eines Hotels und zweier Restaurants, die von dem russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko besucht wurden.

Den Angaben zufolge besteht weder für die Öffentlichkeit ein Gesundheitsrisiko noch für die meisten der Untersuchten eine gesundheitliche Gefährdung. Lediglich für 13 Menschen bestehe ein "sehr kleines" erhöhtes Risiko einer Erkrankung.

Weiterhin würden noch einige Nicht-Briten untersucht, die möglicherweise mit Polonium verseucht seien, hieß es weiter. Die britische Gesundheitsbehörde arbeite mit 48 Ländern weltweit zusammen und habe bisher 450 Menschen identifiziert, die möglicherweise betroffen seien.

Litwinenko war Anfang November in London mit dem radioaktiven Element vergiftet worden und drei Wochen später im Krankenhaus gestorben. Der Kreml-Kritiker hatte auf dem Totenbett den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seine Vergiftung verantwortlich gemacht. Wer hinter seinem Tod steckt, ist bis heute unklar.

(apa/red)