Vergewaltigung unter Teenies: Sexuelle Übergriffe in Kärntner Jugendheim?

15-Jähriger nach Anzeige eines Lehrers wegen angeblicher Sex-Attacke an einem Jüngeren in Haft

In einem Kärntner Landesjugendheim soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Konkret geht es um den Verdacht der Vergewaltigung beziehungsweise des schweren sexuellen Missbrauchs unter den jungen Heimbewohnern. Nach der Anzeige durch einen Erzieher wurde ein 15-Jähriger in Verwahrungshaft genommen, da er sich an einem jüngeren Insassen vergangen haben soll.

In dem Heim bei Görtschach im Rosental leben besonders schutzbedürftige Kinder und Jugendliche, die zumeist aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen. "Es gibt umfassende Erhebungen. Wir haben Hinweise, dass es in dem Heim zu sexuellen Übergriffen gekommen ist", wurde der Pressesprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft, Horst Pleschiutschnig, in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Auch sei zu klären, warum der Heimleiter nicht selbst Anzeige erstattet hat, sondern in der vergangenen Woche auf Urlaub gegangen sei. Es bestehe jedenfalls der Verdacht, dass es mehr als einen einschlägigen Fall gegeben habe.

Bereits zuvor gab es im Heim eine Hausdurchsuchung. Laut zuständigem Staatsanwalt Emmerich Plach wurden Computer und sämtliche Dokumente beschlagnahmt. Die einzelnen Aufzeichnungen der Erzieher könnten Hinweise bringen. Plach zur "Kleinen Zeitung": "In diesem Heim leben Unmündige im Alter von elf, zwölf Jahren. Wir müssen schonungslos klarlegen, was da passiert ist." Der verdächtige 15- Jährige wurde inzwischen in ein Jugendschutz-Zentrum überstellt. (apa/red)