Indien von

Vergewaltiger töteten vorsätzlich

Tat sei bei Abendessen geplant worden - Frauen immer noch unsicher in Neu Delhi

Indischerr NAhverkehr. Frauen im Zug. © Bild: Reuters/NAVESH CHITRAKAR

Die Angeklagten im indischen Vergewaltigungsprozess haben ihre Tat nach Erkenntnissen der Polizei genau geplant und gezielt nach einem Opfer Ausschau gehalten. Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, trafen sich die Männer am Abend des 16. Dezember zum Essen in einem Slum im Süden Neu-Delhis. Dabei sei der Plan besprochen worden, noch am selben Tag nach einer Frau Ausschau zu halten, um sich an ihr zu vergehen. Das Todesurteil für das Opfer, so heißt es in dem Bericht, sei zu dem Zeitpunkt bereits gefällt worden.

Die Studentin war zwei Wochen nach der Tat ihren Verletzungen durch die mehrfachen Vergewaltigungen und Drangsalierungen mit einer Eisenstange erlegen. Die Brutalität des Falles sorgte im In- und Ausland für Bestürzung. In dem mehr als 600 Seiten starken Bericht sind Geständnisse, Zeugenaussagen und medizinische Berichte enthalten, die die Schuld der Angeklagten beweisen sollen. Nach der Tat habe der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der Fahrer des Busses, das Fahrzeug mit der Kleidung des Opfers reinigen wollen. Diese und weitere Beweisstücke habe er später verbrannt. In offenkundiger Unkenntnis der Ereignisse scharten sich dem Bericht zufolge Anrainer um das Feuer, um sich zu wärmen.

Es wird erwartet, dass die Angeklagten auf nicht schuldig plädieren. Den fünf Männern droht die Todesstrafe. Das Alter eines weiteren Beschuldigten ist unklar, er gibt sich als Jugendlicher aus. Ihm soll separat der Prozess gemacht werden

Frauen immer noch unsicher in Neu Delhi

Zwei Wochen nach dem Tod der vergewaltigten Inderin hat das Verfassungsgericht der Regierung mangelnden Schutz von Frauen in der Hauptstadt Neu Delhi vorgeworfen. "Frauen sind immer noch unsicher in Delhi", erklärten die Verfassungsrichter K. S. Radhakrishnan und Dipak Misra am Freitag nach einem Bericht des Nachrichtensenders NDTV.

Das Gericht beschäftigte sich mit einer Petition von Jus-Studenten, die unter anderem ein schärferes Vorgehen gegen private Busbetreiber forderten. Die 23-jährige Frau war am 16. Dezember in einem fahrenden Bus in Neu Delhi von mehreren Männern vergewaltigt und gefoltert worden.

Das Gericht wies die Regierung an, Stellung zu der Petition zu beziehen. Der Bus gehörte einem privaten Fuhrunternehmer, dem vorgeworfen wird, gefälschte Dokumente für die Registrierung vorgelegt zu haben. Das Fahrzeug sei trotz mehrerer Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zudem nicht beschlagnahmt worden, berichtete NDTV. Der Bus habe verbotenerweise getönte Scheiben und Vorhänge gehabt und habe während der Vergewaltigung dennoch mehrere Polizeikontrollen passiert, ohne angehalten zu werden.

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