"Vergangenheit nicht in den Vordergrund":
Mentalcoach ist derzeit besonders gefragt

Psychologe Amesberger richtet Blick in die Zukunft Herausforderung: Die Re-Integration von Pogatetz

"Vergangenheit nicht in den Vordergrund":
Mentalcoach ist derzeit besonders gefragt © Bild: APA/Artinger

Die Rückkehr von Emanuel Pogatetz in Österreichs Fußball-Nationalteam ist keine alltägliche. Denn der Verteidiger war nicht einfach verletzt oder verhindert, sondern war aus disziplinären Gründen im Herbst 2006 von Teamchef Hickersberger aus dem Team geworfen worden. Nach Pogatetz' Pardonierung stellt sich freilich auch die Frage nach einer geglückten Re-Integration. Probleme erwartet der dafür zuständige ÖFB-Mentalcoach Günter Amesberger aber nicht.

Der 48-jährige Sportpsychologe von der Universität Salzburg, der am Samstag zum Team stieß, ist in diesen Tagen besonders gefragt. Denn bald ist der Kader komplett, ist auch Athen-Legionär und Kapitän Andreas Ivanschitz an Bord. Und der scheute, so wie auch Verteidiger Martin Stranzl, den Disput mit Pogatetz bekanntlich nicht.

Man solle die Situation aber nicht überbewerten, findet Amesberger und schickte voraus: "Es gibt in Teams immer wieder unterschiedliche Meinungen, weil viele Spieler Leistungen wollen. Logischerweise treten dann auch Konflikte auf. Und dann geht es darum, wertunabhängig zu verdeutlichen, welche Strukturen und Muster da bestehen." Generell seien Konflikte in Teams in gewisser Weise sogar "notwendig".

Wie Amesberger in den kommenden Tagen die Protagonisten der internen Auseinandersetzung wieder zusammenschweißen will, darüber möchte er im Sinne eines möglichst reibungslosen Ablaufs freilich keine Worte verlieren. Nur soviel will der 48-Jährige sagen: "Wir haben die Strategie schon lange vorbereitet. Das ist mit Josef Hickersberger genauestens abgesprochen."

Es gehe jedenfalls darum, "die Vergangenheit nicht in den Vordergrund zu stellen. Wir wollen nur soviel Vergangenheitsbewältigung betreiben, damit wieder eine ordentliche Arbeitsbasis da ist. Für die Zielerreichung ist aber besonders der Blick in die Zukunft notwendig".

(apa/red)

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