Verdächtiger im Sekowitsch-Mord schweigt:
Tatwaffe gehört allerdings dem 26-Jährigem

Streit sei vermutlich nach dem letzten Gast eskaliert Zeugenaussagen bestätigen Gespräche mit Opfer

Verdächtiger im Sekowitsch-Mord schweigt:
Tatwaffe gehört allerdings dem 26-Jährigem © Bild: APA/Neubauer

Nach dem Mord an Ex-Boxweltmeister Edip Sekowitsch (früher Secovic) ist der verdächtige 26-jährige Tschetschene - zuvor als Russe bezeichnet - in die Untersuchungshaft eingeliefert worden. Die vermeintliche Tatwaffe habe der Mann als seine erkannt, sagte Oberstleutnant Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1 (KD1). Zum eigentlichen Mord habe er sich aber nicht geäußert.

Bezüglich des mutmaßlichen Mordwerkzeuges - ein Klappmesser - warte man noch auf das schriftliche Gutachten der Gerichtsmedizin, es sei aber "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die tatsächliche Tatwaffe, so Stecher. Man wolle aber der Spurenauswertung nicht vorgreifen.

Schon Stunden zuvor aggressiv
Einvernahmen weiterer Zeugen ergaben, dass der Tschetschene sich schon Stunden zuvor aggressiv verhalten haben soll. "Er hat schon in Anwesenheit anderer Gäste die Herausforderung gesucht", berichtete Stecher. "Und wir haben Zeugenaussagen, dass Sekowitsch ihn beruhigt hat." Vermutlich sei der Streit eskaliert, nachdem der letzte Gast das Lokal verließ. Den zweiten Mann, der am Tatort gewesen sein soll, haben die Ermittler noch nicht gefunden. "Wir wissen auch nicht, ob er am Streit beteiligt war oder schlichtend eingegriffen hat."

Leiche am Wiedner Gürtel entdeckt
Die Leiche von Sekowitsch wurde am Wiedner Gürtel entdeckt. Der 50-Jährige wurde mit fünf Messerstichen - darunter ein Stich ins Herz - getötet. Rund zehn Meter entfernt von seinem Lokal "Champ's Pup" lag der Tote in einer Blutlache am Gehsteig. Von der Lokaltür bis zur Leiche zogen sich Blutspuren. Ein blutiges Klappmesser wurde in einem Blumentrog neben der Leiche gefunden. Den verdächtigen Tschetschenen fand die Polizei direkt neben dem Toten. Der Mann trug blutverschmierte Kleidung und hatte leichte Verletzungen an Stirn und Nase, vermutlich von Schlägen.

Sekowitsch - bekannt als "Stier von Serbien" - war früher Welt-sowie Europameister und damit einer der erfolgreichsten Österreicher in dieser Sportart. Zuletzt hatte Sekowitsch am 1. Juni ein Comeback im Ring gefeiert. Bei einem Blitzsieg setzte er sich in der Lugner City in Wien gegen den 26-jährigen Deutschen Steve Klockow in Runde Eins mittels k.o. durch.

(apa/red)