Verdacht auf Korruption und Untreue:
Festnahmen bei Hypo-Razzien in Slowenien

Justiz untersucht Verkauf der Consultants-Sparte Keine Bankangestellte unter Festgenommenen

Verdacht auf Korruption und Untreue:
Festnahmen bei Hypo-Razzien in Slowenien
© Bild: APA/Gindl

Bei den Razzien in Ljubljana, die im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um die slowenische Hypo Alpe Adria Bank stehen, sind am Donnerstag angeblich keine jetzigen oder ehemaligen Hypo-Mitarbeiter festgenommen worden. Das verlautete am Freitag aus dem Umfeld des Geldinstitutes zur APA.

Die heimische Justiz untersucht nach einem Bericht der "Wiener Zeitung" indes Aspekte des Verkaufs der Hypo-Consultants-Sparte im Jahr 2007, der Deal soll der Hypo rund 50 Mio. Schaden eingebrockt haben.

In Ljubljana rückten am Donnerstag die Behörden zu zahlreichen Hausdurchsuchungen aus, es geht laut Medienberichten dabei um Geschäfte, in welche die frühere Führungsspitze der slowenischen Hypo und der Leasinggesellschaft verwickelt gewesen sein sollen. Details zu den sichergestellten Unterlagen und den Hintergründen der Razzien waren vorerst nicht bekannt.

Auskunftsfreudiger gaben sich die Ermittler hingegen beim Verkauf der Consultants an die kroatische Firma Auctor. Laut "Wiener Zeitung" hat das Unternehmen nämlich lediglich die Consultants-Firmen in Kroatien selbst behalten. Jene in Serbien und Bosnien wurden wenige Monate später an Firmen des serbischen Immobilienmoguls Petar Matic weiterverkauft. Auctor hatte zuvor die Verbindlichkeiten der Consultants-Firmen bei der Hypo aber nicht wie vereinbart auf eine andere Bank umgeschichtet. Die Hypo blieb als Kreditgeber an Bord und musste einem Weiterverkauf und der Umschichtung des Kreditvolumens auf einen neuen Eigentümer also aktiv zustimmen.

Verbindlichkeiten von 154 Mio. Euro
Die "Wiener Zeitung" zitiert aus einem Bericht der CSI-Hypo, wonach die Käufergruppe der serbischen und bosnischen Consultants danach insgesamt 154 Mio. Euro an Verbindlichkeiten bei der Hypo hatte, obwohl es Warnungen des Risikomanagements gegeben habe. Der Aufsichtsrat hätte der Umschichtung trotzdem zugestimmt.

Da keine Rückzahlungen erfolgten, so die Zeitung, sei das Obligo für die Consultants Bosnien bis Ende 2010 auf 29,8 Mio. Euro gestiegen, in Serbien wären noch 19,7 Mio. offen gewesen. Für diesen Schaden sollen mehrere Ex-Vorstände verantwortlich sein, eine Anzeige wegen Untreue steht laut dem Medienbericht im Raum.

(apa/red)