Verdacht des schweren gewebmäßigen Betrugs: Ermittlung gegen Medici-Gründerin

profil: Madoffs Geschäftspartnerin Kohn verwickelt? Soll Finanzjongleur Kundengelder zugeleitet haben

Verdacht des schweren gewebmäßigen Betrugs: Ermittlung gegen Medici-Gründerin © Bild: APA/Fohringer

Der Skandal um US-Finanzjongleur Bernard L. Madoff beschäftigt nun auch die heimischen Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt unter anderem gegen Madoffs langjährige österreichische Geschäftspartnerin Sonja Kohn wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs, berichtet "profil".

Die Gründerin der Wiener Bank Medici AG soll Madoff mittels eigens aufgelegter "Herald"-Investmentfonds bis zu vier Mrd. Euro an Kundengeldern zugeleitet haben, welche dieser in einem gigantischen Pyramidenspiel versickern haben lassen soll. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Konfliktstoff birgt in diesem Zusammenhang eine von Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer jetzt eingebrachte Sachverhaltsdarstellung. Der frühere Justizminister geht dabei im Namen geschädigter Investoren bereits zivilrechtlich vor, bemüht dabei das in Österreich seit 1. Jänner 2007 geltende "Verbandsverantwortlichkeitsgesetz", das nun auch Bestrafung juristischer Personen vorsieht.

Neben der Bank Medici - sie musste ihre Konzession auf behördlichen Druck zurücklegen - will Böhmdorfer auch deren Minderheitsaktionärin UniCredit Bank Austria zur Rechenschaft ziehen lassen.

(apa/red)